Gasstreit

Verdacht gegen Moskau

Von Reinhard Veser

01. Januar 2009 Der diesjährige Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland unterscheidet sich von dem, der vor drei Jahren auch zu Lieferengpässen in Westeuropa geführt hat.

Damals wollte Gasprom mit erpresserischen Methoden eine Vervielfachung des Gaspreises für die Ukraine durchsetzen, weil in Kiew eine Regierung an die Macht gekommen war, die den Herrschaften im Kreml missfiel. Am Anfang der nunmehrigen Auseinandersetzung stand die berechtigte russische Forderung, die Ukraine möge das ihr gelieferte Gas auch bezahlen.

Man kann den Russen keinen Vorwurf daraus machen, dass sie dazu auch Druck ausgeübt haben – das tut jeder Lieferant gegenüber säumigen Zahlern. Aber das Verhalten Moskaus in den vergangenen Tagen legt den Verdacht nahe, dass es gar keine Einigung wollte, sondern durch die Eskalation des Streits die Ukraine innerlich schwächen und gleichzeitig im Westen in Verruf bringen möchte.

Die Gasprom-Führung lässt kaum eine Möglichkeit aus, die Seriosität der ukrainischen Verhandlungspartner in Zweifel zu ziehen. Das macht man nicht, wenn man sich einigen möchte.

Text: F.A.Z.

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