Naher Osten

Was will Abbas?

Von Wolfgang Günter Lerch

06. November 2009 Immer wieder einmal - so auch jetzt - wurde gemunkelt, dass der Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas seinen Rückzug ankündigen wolle. Verständlich wäre das, denn „Abu Mazen“ hat längst das Alter des Ruhestandes überschritten. Zudem ist der Nachfolger des charismatischen Jassir Arafat im jahrelangen Kleinkrieg mit der israelischen Besatzung und in offener Konfrontation mit der radikalislamischen Hamas so zermürbt worden, dass man Verständnis dafür hätte, wenn er den Bettel hinwürfe und nicht mehr kandidieren wolle.

Auch die politischen Erfolge, die er vorzuweisen hat, sind so bedeutend nicht - was freilich auch an der israelischen Seite liegt, die dem moderaten Abbas niemals durch mutige Zugeständnisse zu Erfolgserlebnissen und damit zu größerem Ansehen unter seinesgleichen verholfen hat. Manche Palästinenser glauben freilich, Abbas ziere sich nur, seine Rückzugs-Drohungen dienten dem Zweck, wiederum „gebeten“ werden zu wollen. Dem kommt eine gewisse Glaubwürdigkeit zu; denn bis heute weiß niemand zu sagen, wer denn sein Nachfolger werden solle.

Text: F.A.Z.

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