
Man kann über die unterschiedlichen Wertesysteme der ost- und westdeutschen Gesellschaften diskutieren. Und man kann versuchen, die Hintergründe dieser schrecklichen Morde zu verstehen. Beides zu vermischen - zumal mit der abenteuerlichen Herleitung der Landreform à la Schönbohm - ist jedoch schlicht unzulässig. (Genauso hätte man behaupten können, dass die Kindermorde in Belgien vor wenigen Jahren sich aus der Vielsprachigkeit dieses Staates herleiten ließen.) Die Morde hätten sich ebenso gut in Westdeutschland ereignen können. Und dann hätte vielleicht ein PDSler sich dazu verstiegen, dies mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise, welche zu Vereinzelung und Entsolidarisierung durch das Primat des Kommerzes vor dem Menschen führe zu erklären. Abwegig? Schönbohms Thesen sind es gleichermaßen.

Leider werden in den letzten Jahren Diskussionen über unsere gesellschaftlichen Werte immer wieder vorzeitig abgebrochen.
Am erfolgreichsten hat sich dabei der unzutreffende Verweis auf den Nationalsozialismus erwiesen.
Anstatt zu beschimpfen, sollte man das Thema ausdiskutieren.
Rolf Eckerle, Gaggenau

Herrn Schönbohms Äußerungen werden durch polemische Antworten der politischen Gegner nicht richtiger.
Die Frau hat eine kirchliche Erziehung genossen und ich werde die Kirche für die Morde nicht verantwortlich machen.
In einem solchen Fall, öffentlich eine Ferndiagnose herzustellen ist verantwortungslos.
Von der FAZ hätte ich klügere Kommentare erwartet.