Britische Kommunalwahlen

Desaster für Labour

Von Klaus-Dieter Frankenberger

02. Mai 2008 Gut zehn Monate ist Gordon Brown nun Premierminister und damit auf dem Posten, auf dessen Übernahme er sich zehn Jahre lang vorbereitet hatte. Glaubte er zumindest.

Tatsächlich klebt Brown, der als Finanzminister eine gute Figur machte, das Pech an den Händen. Seine Ausstrahlung ist beschränkt, seine Führungsstärke begrenzt. Zuversicht geht von ihm nicht gerade aus. Und nun ein Kommunalwahlergebnis, das ein Desaster für Labour ist.

Kein Wunder, dass die Konservativen frohlocken. Unter ihrem Führer Cameron haben sie Tritt gefasst. Aber das Wahlergebnis brauchen sie sich nicht gutzuschreiben, es zeigt nur die Unzufriedenheit mit Labour; und außerdem, dass Tony Blair eben doch in einer anderen Liga spielte.

Die unerbittlich-selbstgerechten Parteifunktionäre, die ihn so gerne loswerden wollten, könnten ihr blaues Wunder erleben: dass Blairs Abschied Vorspiel zum Ende des Labour-Regimes ist. So weit ist es noch nicht. Aber Brown muss schnell in die Erfolgsspur finden. Sonst hätte sich das lange Warten nicht gelohnt.



Text: F.A.Z.