Der Auskunftgeber schwieg: Günter Grass

Grass' spätes Eingeständnis

Eine zeitgeschichtliche Pointe

Spezial Ausgerechnet Günter Grass, der Schriftsteller, der allen die Zunge lösen wollte, der das Verschweigen und Verdrängen der alten Bundesrepublik zum Lebensthema machte, hat jetzt sein eigenes Verschweigen bekannt. Ein Kommentar von Frank Schirrmacher.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. August 2006 13:53

umkehr?

christian wolfert (kcwolfert)

ich bin gewissermaßen dankbar für diese debatte um günter grass, zeigt sie uns zumindest auf, wie einige menschen mit dem prinzip der umkehr verfahren.
günter grass hat wohl einen fehler gemacht. na und, wer von uns hat das nicht. und wer von uns heute, bis auf ein paar ausnahmen, ist in der lage einen damals gerade heranwachsenden menschen in einer solchen situation beurteilen, gar verurteilen zu können.
dass sich seine damalige entscheidung auf sein ganzes leben erstreckt und ihm kummer bereitet hat, sieht man doch daran, dass es endlich raus musste.
in was für einer welt leben wir denn, wenn wir unsere fehler in zukunft nicht mehr zugeben dürfen, ohne dafür niedergemacht zu werden?
umkehr ist ein prinzip, was den einzelnen menschen befähigt aus seinen fehlern zu lernen und sich selbst zu verbessern. wenn man grass jetzt dafür schilt, dass er etwas bekennt, was er nicht hätte bekennen müssen, dann gibt man der öffentlichkeit zu verstehen, dass es sich nicht lohnt seine fehler einzugestehen und sich selbst verbessern zu können. ich hoffe nicht, dass es soweit kommt.

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21. August 2006 23:17

Grass spaetes Eingestaendnis

Dietrich Schulte-Frohlinde (DSF1)

Wer mit siebzehn Jahren das primitive und aggressive in Hitlers Doktrin sowie in der ganzen Nazi Weltanschauung nicht erkannt hat wird auch später nur schwer zu einen ausgeglichenen Weltbild finden, denn mit siebzehn ist das Gehirn schon weitgehend ausgereift und manche geniale Leistung ist sogar schon jüngeren geglückt. Die später so oft unausgeglichenen und unreifen Ansichten von G. Grass und seine im Nachhinein übertriebene Moralität beweisen dies zur Genüge.
D.Schulte-Frohlinde

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20. August 2006 08:41

Bottom line...

Klaus Bauer (Klausbauer)

...und es gibt eine bottom line hier: Nobelpreis hin und her, verdient oder nicht, sein Alter damals ist auch egal, im Grunde zaehlt nur eins: Grass ist ein Heuchler und ein Luegner. Bin mit Grass aufgewachsen, habe durch ihn mein vererbtes Schuldbewusstsein verstanden und verlassen, und jetzt bin ich nur noch entaeuscht, und fuehle mich betrogen.
Andererseits: lebe seit 10 Jahren in den USA, und das interessiert hier wirklich keine Sau. Die Amerikaner, die Welt, und auch die Deutschen, haben ganz andere Probleme als das Gestaendnis eines alten Luegners.

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18. August 2006 13:17

Schluss damit, Ihr Medien alle

Silke Marx (barbarashm)

Herr Grass hat nicht gestanden!

er hat posaunt!!!!

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17. August 2006 21:43

Grass vorbei

Martin Gutensohn (Gurnemanz)

Der Krieg ist aus. Die Nachkriegszeit ist vorbei. Der Blechtrommler hat seinen Einsatz verpaßt. Das haben wir längst gewusst. Nun trommelt er noch einmal für seinen alten Käse. Es reicht.

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17. August 2006 12:35

Günther Grass:"Wer ohne Sünden ist, werfe den ersten Stein ".

Jan Eurelings (eurelings)

Dieses Zitat dringt sich immer wieder beim Lesen der Kommentare bei mir auf,um so mehr als es sich um einen 15-17 jährigen Knaben handelt, der sich in einer äusserst schwierigen Lage befand.Beglückend und treffend fand ich die Äusserung des Herrn Pourroy, die ich hier wiederholen möchte: "Beglückender ist es jedoch für unser Volk,die Aufgabe für die Zukunft heute zu erkennen und anzupacken". Wenn man die innen-und aussenpolitischen Bemühungen und Erfolge Deutschlands und den zügigen Demokratisierungsprozess nach dem Krieg verfolgt hat, kann man dieser Aussprache nur Beifall leisten. Gerade diese Auffassung hat das Bild von Deutschland und den Deutschen im Ausland zurecht ins positive verwandelt.Die Weltoffenheit und die politisch verantwortliche Haltung Deutschlands gegenüber Europa und den Weltmächten findet allenthalben grosse Anerkennung.Ich selbst bewundere die Weise, wie die Deutschen sich öffentlich in den Medien mit den Kriegsopfern und den schiksalhaften Folgen des Krieges auseinandergesetzt haben, wobei erst seit den letzten Jahren dem Leiden der eigenen Bevölkerung und dem Trauma der Nachkriegsgenerationen Aufmerksamkeit gewidmet wird.Vielleicht beeinträchtigt dieses Trauma nachträglich die Urteilsfindung insache Grass.

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17. August 2006 09:12

Das ist graz alder

H. Lauter (Tattaya)

Who the Fuck is Grass?
Was ich eigentlich sagen wollte.... who cares?

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17. August 2006 08:55

Ein Kommentar zu manchem Kommentar

Matthias Rietz (oekonom_de)

Mahner waren in der neuen BRD mehr als erforderlich (lesenswert: Die Prozesserinnerungen des Rechtsanwalts Heinrich Hannover). Einen Witz hingegen finde ich, dass die katholische Kirche als Moralinstanz ins Feld geführt wird. Wer hat denn mit den Nazies auf Schmusekurs gestanden? Es war die Amtskirche und Johannis Paul der II. hat sich dafür ja auch entschuldigt. Gegner gab es zwar viele aus dem kath. Lager, Franz von Gahlen war wohl der bekannteste von ihnen, nicht zu vergessen die Menschen aus dem katholischen Widerstand. Ein 17 jähriger Bengel wird in den Medien für eine Faszination gerichtet, obwohl er von Tätern (der Großteil des Deutschen Volkes) erzogen, ja manipuliert wurde und wovon selbst der Papst fasziniert war? Und die Gegner aus den Unterschiedlichen Lagern schlagen munter mit drauf ein. Die deutsche Gesellschaft war bis 1945 eine Gesellschaft der Mörder, Helfer und Dulder. Jeder hat etwas gewußt und wenn Sie nicht direkt daran beteiligt waren so haben sie zumindest geschwiegen. Als nach dem Kriege die Grausamkeiten veranschaulicht wurden, wurden wieder die Mahner angegriffen, denn die Altnazies saßen nach 5 min. Entnazifizierung wieder auf Ihren alten Stühlen und in der CDU (Kiesinger, Filbinger etc.). Rietz (1961)

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16. August 2006 23:54

Schirrmachers Pointe

Gustav Adolf Pourroy (pourroy)

Die heutigen Kommentare der Feuilletons werden von Journalisten verfasst, die sich von dem Massenwahn im Staat, den der Mensch im kranken Staat ausgesetzt war, keinen Begriff machen. Ein Volk von lauter Stauffenbergs ist nicht vorstellbar - und selbst der hat einmal Heil Hitler gesagt.

Grass spricht offen von seinem Glauben an den Endsieg, für den er seinen Beitrag leisten wollte. Hieraus geht der Grad der Verführung eines jungen Menschen klar hervor.

Das Wühlen in der Vergangenheit und die Kunst der moralischen Ereiferung zu üben ist sicher sehr interessant. Beglückender ist es jedoch für unser Volk die Aufgaben für die Zukunft heute zu erkennen und anzupacken.

Gustav Adolf Pourroy, München

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16. August 2006 13:12

törichter starrsinniger alter Mann

Thomas Hechinger (Hechinger)

Günter Grass eine moralische Instanz? Für mich 1960 Geborenen war er das nie. Mich empört weder, daß er als Jugendlicher bei der Waffen-SS war, noch daß er erst so spät zu einem Geständnis findet. Für beides gibt es Erklärungen. Vielmehr bin ich fassungslos erstaunt, mit welcher Unbelehrbarkeit, Verbohrtheit und ideologischen Verblendung er die Nachkriegszeit in Westdeutschland beurteilt. Von meinem Vater weiß ich, daß es auch ihn zu einer gewissen Zeit verlockt hat, bei der Hitler-Jugend mitzumachen. Nur ließen das seine Eltern, einfache Leute, Tagelöhner und Kleinbauern, nicht zu. Ihr fest im katholischen Glauben wurzelndes Selbstverständnis machte es denkunmöglich, ihren Buben den gottlosen braunen Horden zu überlassen.
Ich jedenfalls bin dankbar, daß der „katholische Mief“ im Westen Deutschlands den Aufbau einer funktionierenden Demokratie ermöglichte. Wohin es hätte kommen können, wenn 1945/49 die Weichen anders gestellt worden wären, dafür bietet die SED-DDR-Diktatur hinreichend Anschauungsmaterial. Glücklicherweise ist dem Westen der von Grass offenbar so ersehnte „sozialistische Mief“ erspart geblieben.

Für mich ist Konrad Adenauer der größte Deutsche.

Und Grass nur ein törichter starrsinniger alter Mann ...

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15. August 2006 12:29

Günther Grass

Jan Eurelings (eurelings)

Die ganze Debatte über Grass' Bekenntnis, er sei bei der Waffen-SS gewesen, droht in eine mir unangenehme Richtung zu verlaufen. Die Neigung, bei dieser Angelegenheit selbst Richter zu spielen, ist unverkennbar, wird jedoch der Person Günther Grass und seinem unermesslich grossen Beitrag zur politischen, moralischen und geistigen Neuorientierung Deutschlands nach dem Krieg gar nicht gerecht.
Vielleicht könnte man behaupten, gerade seine nicht öffentlich eingestandene, jugendliche Fehlentscheidung habe ihm sein ganzes Leben die Motivation und die Kraft gegeben, das Thema Vergangenheitsbewältigung únd moralische,politische Neuorientierung auf so meisterhafte, national und international anerkannte Weise literarisch zu gestalten.
Ich möchte davor warnen ,dass man nicht den historischen Kontext, in dem Grass zu seinem Fehlschritt kam, und sein jugendliches Alter aus dem Auge verliert.
Verübelt man ihm seine Tat nicht ,gerade weil er später zu solch einer weltbekannten, einflussreichen Persönlichkeit herangewachsen ist, während man einen gleichen Fehltritt anderer Zeitgenossen leicht als verständlich betrachtet?
Der Zeitpunkt des Geständnisses ist richtig, da seine erbrachte Leistung schon längst seine Schuld getilgt hat.

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15. August 2006 12:13

Ich kann Grass gut verstehen

Matthias Rietz (oekonom_de)

Ein 17 Jähriger war und ist damals wie heute unreif und kann die Konsequenzen seines Handelns nicht selbständig erfassen, das wird sogar im Strafrecht berücksichtigt. In einer Zeit, in der Aufklärung und Informationen bekämpft bzw. kanalisiert wurden, mehr als heute in unserer sogenannten Informationsgesellschaft. Ich wundere mich über die Kommentare in unseren Medien, in denen ein 17jähriger, denn Grass war damals in der SS, verurteilt wurde. Umso angenehmer ist der ausgeglichene Kommentar des Herrn Schirrmacher. Grass hat sich seines Makels zu tiefst geschämt. Aber was wäre passiert, wenn er nicht geschwiegen hätte. Er hätte niemals kritisieren können. Die rechtspopulistische Springerpresse hätte sich auf ihn gestürzt. Diese Generation gehört auch zu den Opfern des NS-Regimes. Sie wurden ihrer Jugend beraubt und am Ende des Krieges als Kanonenfutter in die Linien geworfen. Diese Generation war und ist traumatisiert. Wieviele Jahre bedarf es um sich selbst zu therapieren? Und mit wem darüber sprechen? Mit den Alt-Nazies, die in der jungen BRD wieder das Sagen hatten? Mit den heldenhaften Wehrmachtsangehörigen, die nie Verbrechen begangen, sondern uns gegen die Polen verteidigten? Oder mit den alle Deutsche Pauschalverurteilern?

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15. August 2006 10:56

Verdrängung und Shizophrenie

Eckhard Schmidt (eckhard43)

Ich bin Jahrgang 1943 also viel zu jung um mich an diese Zeit zu erinnern. Was ich also aus dieser Zeit weiss, stammt aus Büchern, Filmen und vom Hörensagen.
Gott sei Dank hat das 1000 jährige Reich nur 12 Jahre gedauert, so dass die meisten Mitläufer und Begeisterten schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kamen. Mir ist auf jeden Fall ein geläuterter Paulus lieber als ein Saulus.
Vergessen wir nicht, dass es in der Nachkriegszeit auch noch genügend Menschen gab, die jemanden der nach der Umerziehung durch die Allierten und dann gegen rerchts wetterte, als Verräter galt und Repressalien rechnen musste.
Mit 17, also 1960, wurde ich als Deutscher in Irrland noch mit Heil Hitler begrüßt, was damals Empörung bei mir auslöste, wurde dann aber von Engländern aufgeklärt dass es eben auch Leute gab die jeden Feind Englands als Freund betrachteten.
Ich habe 1961 auf Kreta die Gebeinhäuser gesehen und doch mit den Söhnen der masakrierten und deren Angehörigen Freundschaft geschlossen und in Belgrad mit den Kindern hingerichteter Partisanen Geschichte aufgearbeitet.
Für die, die die 12 Jahre erlebt, gelebt und mit dabei waren blieb nach dem Krieg nur verdrängen übrig und dazu muß man in schon Schizophren sein.


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15. August 2006 10:08

An alle Verteidiger des Herrn Grass!

Janos Sin (Janos_Sin)


Es ist schon beachtlich, mit welchem Eifer Sie hier um Verständnis für Ihr Idol werben.
Sie fordern Nachsicht, die Sie selber einem anderen nie einräumen würden, siehe Martin Walser.
In einem Kommentar war die Rede von einer "engstirnig- konservativen" Gesellschaft, man muß schon selber sehr engstirnig sein um der deutschen Gesellschaft einen solchen Vorwurf zu machen.

Sehen wir das Geständnis als das was es wirklich ist, Publicity für sein neues Buch. In aller Munde, man wird sich eine Zeit lang mit dem Thema beschäftigen und dann ist es auch wieder vorbei.

An der Doppelmoral des werten Nobelpreisträgers wird das nichts ändern. Er wird weiterhin den "Mahner der Nation" geben. Nach dem Motto:

Jetzt erst recht!

Ob sich jemand dann auch dafür interessiert ist eine andere Frage.
Gott sei dank, hat sich Herr Grass selbst aus der Öffentlichkeit eliminiert. Danke hierfür.

Seine Werke werden trotz alledem ein wichtiger Bestandteil deutscvher Literatur bleiben. Ob man ihn nun mag oder nicht.

In diesem Sinne

János R. Sin, Budapest

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15. August 2006 09:10

die Pointe des Herrn Grass

Peter Brinkmann (peter.brinkmann)

Das nun Herr Grass dunklere Seiten seiner Vergangenheit auskehrt und dies vielleicht auch etwas spät, ist meiner Meinung nach gar nicht der Punkt: viel erstaunlicher ist, dass ein Aspekt in seiner Lebensbeichte nicht erscheint: Der im Glashaus sitzt, sollte nicht oberster Moralapostel sein. Weniger Moralin wäre überaus wohltuend und angemessen. Insofern könnte für die Kritiker des Kritikers auch durchaus gelten: Nichts ist wie es scheint. Und von der erhobenen Hand zeigen drei Finger immer auf den Moralisten.
Dr. Peter Brinkmann (Dortmund)

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14. August 2006 22:14

Wenn man im Grass-Haus sitzt...

Jörg A. Bahnemann (J.A.Bahnemann)

Der große Trommler, der mit seinen politischen Beiträgen maßgeblich mitgebaut hat an der totalen Verdammung der Waffen-SS, deren Frontverbände doch meistens nicht mehr und nicht weniger waren, als besonders tapfer kämpfende Elitetruppen, er ist in seine eigene Trommel eingebrochen. Reagan und Kohl haben auf dem Friedhof von Bitburg nicht die Träger des verbrecherischen Regimes, die sich als Mörder und Henker profilierten, geehrt, sondern die Soldaten mit dem Totenkopf auf der Uniform, die ihre Heimat verteidigt haben, wie die meisten Angehörigen der Wehrmacht auch.
In der Eilfertigkeit der Versicherung, in vier Monaten keinen Schuß abgegeben zu haben, baut sich der geschmeidige Schriftsteller die nächste Falle. Irgendwann wird sich ein Zeuge für das Gegenteil melden, und wir werden erstaunt vernehmen, welche Bemäntelung der große Trommler sich dann einfallen läßt.

Die Prügler, über die sich Grass jetzt so bitter beklagt, hat er selber aufgehetzt und trainiert. Nicht weil er als 17-jähriger wie viele der Faszination des Nazi-Regimes erlag, sondern weil er ein feiger Täuscher ist, gehört herr Grass aus den Schukbüchern entfernt.

Jörg Bahnemann



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14. August 2006 21:23

Genug Wirbel

Martin Haeusler (emhaeu)

Ich kann ja verstehen, dass die FAZ stolz darauf ist, dass Grass sein Interview - das ich übrigens für sehr lesenswert halte - der FAZ gegeben hat.
Aber ich finde, irgendwann ist das thema auch mal ausgeschlachtet: Grass ist sicher ein wichtiger deutscher Schriftsteller, aber ist er so wichtig, dass die Nachricht oben auf die Titelseite gehört? Ist er so wichtig, dass nun jeden Tag ausführlich dokumentiert werden muss, was nun andere ebenso wichtige oder unwichtige Leute dazu sagen?
Das ist mir zu viel Personenkult - mir reicht der Wirbel.

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14. August 2006 19:48

Als 17 Jaehriger darf man das also???

Lars Johannes (lars.johannes)

Tut Mir Leid, ich kann keine der Verteidigungen nachvollziehen. Grass und die Seinen haben erst die gesamte Verantwortung fuer die Naziherrschaft von sich und auf die vorangegangene Generation geschoben. Dann, viele der seinen im Lehramt angekommen, haben sie unermuedlich die besondere Verantwortung der jungen deutschen Generation derselben eindoktriniert (in meinem Geschichtsunterricht fing die Nazizeit direkt nach der Renaissance an). Sobald ein "geschichtsverleugnender" Schueler die Forderung nach "Normalitaet" erhoben hat, gab's was aus die Muetze.

Ein 17-jaehriger, der 50 Jahre nach Kriegsende nicht von seinem Lehrer fuer die Nazizeit in Sippenhaft genommen werden will ist also ein Schuft. Ein 17-jaehriger der in die WaffenSS eintritt ist ein unschuldig verblendeter. Ich habe den Eindruck, dass viele der Leserbriefe hier von Angehoerigen einer Generation geschrieben wurde die die Schuld fuer alles immer woanders sieht, nur nie bei sich selbst.

Das ich von Grass keine oeffentlichen Auesserungen mehr zu Politik, Wirtschaft und sozialem lesen will liegt aber daran, dass er davon keine Ahnung hat. Dann soll er besser weiter Buecher und seinen Lebenslauf erfinden.

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14. August 2006 18:39

Die Zwiebel

Klaus Jeziorkowski (Jeziorkowski)

Grass ist ein harmloser Fall, etwa im Vergleich zur Vergangenheit und dem notorisch guten Gewissen des Marinerichters Filbinger. Andererseits aber: Grass’ seit Jahrzehnten aufgerichteter Zeigefinger ist schwarz geworden. Wer sollte ihm noch etwas abnehmen? Das braucht man auch nicht: Nichtbeachtung dieses überschätzten Autors ist seit längerem angezeigt, seit vierzig Jahren ungefähr. Die grauenhafte Vergangenheit der Deutschen spricht bei W. G. Sebald oder bei Georges-Arthur Goldschmidt weit eindringlicher. Es lohnt wenig, sich mit Grass abzugeben, zumal man immer wieder den Nasenstüber des Besserwissens und der nicht erbetenen Predigt von ihm zu gewärtigen hat. Das perpetuum mobile des Moralisierens kann er wohl kaum noch abstellen. Es ist freilich keine Pflicht, ihm dabei zuzuhören. Auch dem Häuten der Zwiebel unterzieht man sich nur im Notfall. Das Ergebnis sind falsche Tränen und übler Geruch.

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14. August 2006 15:54

Wer sich noch nicht die Mühe gemacht hat:

gisbert heimes (gisbert4)

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E385BE8A2CE864E19B00BF45E0D619E1A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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14. August 2006 13:41

"Welcher Deutsche hat zu dieser Zeit nicht in der SS gedient?"

Markus Teuber (arathorn)

Frau Reusrath,wenngleich es mich nicht wundert ,daß Sie Herrn Grass verteidigen ,wundert es mich schon,daß Sie dies mit der folgenden Begründung,die ganz nahe
am Grass'schen Absolutismus liegt-tun: "da ja eh jeder Deutsche in der SS war,liegt bei Herrn Grass gar kein Fehler vor."
Abgesehen von der Tatsache,daß eben nicht JEDER Deutsche in der SS war,wie auch nicht JEDER Deutsche in der NSDAP war und JEDER Deutsche Anhänger des Regimes,haben Sie die Diskussion nicht verstanden :es geht gar nicht um Grass und seine Zeit in der SS.Die ist im Zusammenhang mit dieser Zeit durchaus nachvollziehbar.
Es geht darum,daß sich jemand -der es mit der eigenen Wahrheit bisher auch nicht so genau nahm und zwar des eigenen Vorteils wegen-selbst kritiklos zum politischen "Wachhund" der Republik macht oder von seinen Anhängern gemacht wird.
Jemand,der von der Adenauerzeit bis zu den Mohammedkarikaturen alles politisch "kritisiert" und unisono in die Tonne klopfte,als wäre nur seine Vorstellung,wie Deutschland und die Welt zu sein habe, richtig und alles andere nur falsch.
"Moralapostel,warum nicht ?"Ob Sie dann auch mit konservativen,"rechteren",nicht Ihrer politischen Vorstellungen entsprechenden Moralaposteln so gnädig wären?

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14. August 2006 12:47

über alles stehende Moral

Richard Theurer (benedikt412)

Es widert einen nur noch an wenn man sieht wie gnädig mit dem Lügner Grass umgegangen wird.
Der Mann der selbst kein Blatt beim Richten anderer vor den Mund nahm hat 60 Jahre gelogen.
ich mache ihm kenen Vorwurf daraus, daß er in der SS war. Da war er jung und dumm und das darf jeder sein.
Aber dann sollte man auch zu seinen Fehlern stehen.
Oder gefälligst die Klappe halten und sich nicht aufführen als wäre man was Besseres.
Und das ist es was mich so ärgert: die Überheblichkeit eines Betrügers.

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14. August 2006 11:23

gut vs schlecht

Behrouz Rajabi (rajabi)

gut finde ich:
-,man disskutiert über sein Fehlverhalten.
-,dass er auch getadelt wird,
aber für sein Schweigen und zu späte Bekennung zu seine
Vergangenheit.
schlecht finde ich,:
-, dass jetzt alle Saubermänner sich den Moral-Apostel heraus
holen.
-, nicht bedacht wird, dass er damals schon 17 jahre alt war.
-, wer aktive ist, macht fehler, wie bei der arbeit oder in der gesellschaft. Wer nichts tut, macht auch keinen Fehler, den der Fehler ist nicht schuldfähig.
-, wenn ein 50 jährige saubermann, der durch zeitliche gegebenheiten, war nicht in der lage, sich zu entscheiden, ob er mitmachen sollte oder nicht, er hat auch kein recht etwas zu beurteilen oder verurteilen.

"Wer frei ist von Schuld, der werfe den ersten Stein"
"aber auch, wer schon vor der entscheidung stand und sich richtig entschied, sollte sich zu wort melden, alle andere müssen sich zurück halten."
Theorie ist das, was in der praxis nicht funktioniert.

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14. August 2006 11:19

SS als Buchwerbung

Oliver Struck (struck)

Herr Grass ist sich offensichtlich für nichts zu schade, um in die Medien zu kommen. Seine wirren Äußerungen zu Mohammed-Karikaturen und Deutschlandflaggen sind häufig nur noch eine Randnotiz wert. Da trifft es ich natürlich gut, wenn man sein neues Buch mit der Mitgliedschaft in der SS vermarkten kann. Schäbiger geht es wohl kaum!

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14. August 2006 09:49

Grass' spätes Eingeständnis

Paul Theisen (paul.theisen)

Die Nachgeborenen machen es sich leicht, die Haltung derer zu verurteilen, die Zeitabschnitte aus Deutschland dunkelster Vergangenheit in ihrer Biographie ausgeblendet haben.

Auch ich war bei der Waffen-SS, ebenso unfreiwillig wie Günter Grass. Ich landete ungefragt bei der SS-Panzerdivision Totenkopf. Man nannte es Hermann-Göring-Spende. Das Kriegsende erlebte ich ohne Tätowierung in der Luftwaffenuniform. Nach der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft hätte ich, wie viele andere, eine weitere Gefangenschaft in Frankreich riskiert, wenn ich mich geoutet hätte. In zukünftigen Fragebögen und schriftlichen Lebensläufen verschwieg ich meine Zugehörigkeit bei der Waffen-SS auch aus Angst vor beruflichen Nachteilen. Ich konnte es mir später leisten, kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen, wenn das Thema angeschnitten wurde, wie z.B. 1996 in einem Leserbrief in der FAZ.

Für Günter Grass, der sehr früh im Lichte der Öffentlichkeit stand, bedurfte es einer ungeheuren Selbstüberwindung, seine in jungen Jahren aus persönlicher Not erfundene winzige Ersatzlücke in seiner Vita zu bereinigen. Gewiß hätte er es besser früher getan. Doch darüber zu urteilen steht mir nicht zu.

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14. August 2006 09:24

Innehalten, nachdenken, dann schelten

Nathalie Neumann (NathiNeu)

Jetzt haben die moralinsauren Elfenbeinturminsassen wieder Konjunktur - vorrangig die, die keine Gelegenheit hatten, einen Fehler zu machen.
Die Waffen-SS war im Kriege die Elite; da mitzumachen, hieß, in den Olympiakader berufen zu werden, die Nationalmannschaft. Wer die Gelegenheit bekam (und das in dem Alter), nahm sie wahr.
Bleibt die Frage, warum Grass geschwiegen hat. Direkt nach dem Krieg war es ratsam zu schweigen. Er mußte folglich auf den passenden Augenblick warten, den er sicherlich verpaßt hat. Aber jeder derer, die sich jetzt zu Wort melden, nennt ein anderes Datum als den richtigen Termin.
Was seine Glaubwürdigkeit angeht: Die hat doch eher zugenommen. Jetzt ist klar, er weiß, wovon er spricht. Und er weiß vor allem, daß es die Seele belastet, wenn man schweigt. Sein Appell an die anderen war somit auch der Aufruf: "Macht euch Luft, es tut euch gut!" Er selbst hat dazu nicht den Mut gefunden oder die Gelegenheit nicht gesehen.
Die Reaktionen heute zeigen eines ganz gewiß: Er hat es richtig gemacht, jahrzehntelang zu schweigen. Niemand hätte ihn ernst genommen: "Du sei mal ganz ruhig, du warst ja selbst so einer!" Das ist fatal, denn es zeigt, daß man besser nichts zugibt, wenn man etwas zu bekennen hat.

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14. August 2006 09:23

Schwerenöter im Greisenalter

Wolfgang Schneider (W.Schneider)

Ach, der so beklagenswerte Günter Grass-nun rumpelts
in seinem Gewissen. Ein Marketing-Gag der Extraklasse
für den bevorstehenden Bücherherbst. Jeder kritische Zeitgeist nimmt dieses Literaturfossil zwar zur Kenntnis aber jede weitere Auseinandersetzung mit dieser Grassschen Feigheit wäre ein Zuviel. Die Antwort muss
Grass schon bei sich selbst suchen und kann nicht durch
Kommentare und Wertungen durch die Öffentlichkeit in
ein für ihn vertretbares Mass gepresst werden. Deutschland hat wichtigeres zu erledigen - vor allem die Medien.

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14. August 2006 08:34

Zukünfitg sollte Herr Graß überlegen,bevor er seinen moralischen Finger hebt.

Markus Teuber (arathorn)

Weder die Zugehörigkeit zur Waffen-SS noch seine -wie Herr Graß selbst sagt-jugendliche Begeisterung für die Ideologie dieser Zeit kann man dem 17jährigen Graß vorwerfen.Wie ihre Altersgenossen späterer Jahre begeistert waren vom kommunistischen Hokuspokus gleicher coloeur,so waren die meisten Jugendlichen
jener Zeit gefangen vom nationalsozialistischen Hokuspokus der Begeisterung,Ideologie,der Massen-
inzenierung und Gruppenbildung,der Führerideologie und Verheißung eines neuen,kraftvollen,stolzen,gleichen,
makellosen (deutschen) Menschen .
Seiner -ihm von anderen ,aber auch sich selbst verliehenen- Position des ewig mahnenden Wächters politischer Moral hat er sich nun aber nicht durch sein spätes Bekenntnis entledigt ,sondern -auch in diesem Licht neu besehen- mit seiner schon damals unmäßigen und unangebrachten Kritik am Besuch von Reagan und Kohl auf dem Bitburger Soldatenfriedhof.
Beide Staatsführer hatten an diesem Ort nicht die SS und die Nazi-Ideologie geehrt,sondern amerikanische Soldaten,die -auch für Herrn Graß' Freiheit- ihr Leben ließen und - ebenso wie Graß -von Verbechern verführte und in die Irre geleitete deutsche Soldaten an ihrer letzten Ruhestätte .

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13. August 2006 20:39

Günter Grass Wiedergutmachung

Karl Bentele (karlbentele)

Es wäre ein nobler Beitrag, gäbe er seinen Nobelpreis zugunsten von Prof. Victor Klemperer zurück, der ihn wenigstens posthum verdient hätte.

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13. August 2006 18:27

G. Grass

Burkhard Vogel (buvocon)

Herr Grass macht es sich sehr einfach, jetzt erst mit seiner speziellen SS-Vergangenheit herauszurücken. Ich unterstelle ihm "knallhartes" Kalkül eingedenk der Erfahrungen, die andere mit diesbezüglich "zu frühem" Outen gemacht haben.

Dabei werfe ich ihm seine Vergangenheit keinesfalls angesichts des Alters und den Umständen vor!

Seine öffentlichen "Moralpredigten" sowie seine Anbiederungen/Einwirkungsversuche an und in die BRD-Politik nach dem Kriege erscheinen nun aber unter völlig verändertem Licht: die Luft (= Glaubwürdigkeit) ist raus!

Man stelle sich die Probleme der Lehrer vor, die ihren Schülern mühsam beibringen, was der SS-Staat war, welche Schuld die "Teilnehmer" auf sich geladen haben und in der nächsten Unterrichtsstunde wird dann über einen Grass-Text sinniert.
Stelle ich mir toll vor!
B. Vogel

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13. August 2006 18:12

Günter Grass Geständniss

Dieter Drafz (homofaber2)

Bezeichnend wie in diesem Lande mit Vergangenheitsbewältigung umgegangen wird sind sowohl Gübnter Grass Lebensbeichte als auch die Kommentare dazu. Ich kann nur sagen mir steigt die Angst hoch.

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13. August 2006 14:30

Guenther Grass und die SS

Peter P. Haase (Moonfarer)

Grass ist nicht mehr oder weniger als einer der Millionen von Deutschen die von den Nazis belogen und betrogen wurden. Diese Millionen haben ihr Vaterland oft tapfer verteidigt ohne zu wissen welche grauenhafte Szenen sich in den besetzten Gebieten (inkl. Deutschland selbst) abspielten.

Hatte Hitler in 1933 versprochen einen neuen "Befreiungskrieg" zu beginnen und Millionen unschuldiger Menschen im KZ ermorden zulassen, waere er niemals vom deutschen Volk gewaehlt worden. Das alleine beantwortet alle "kollektiven Schuldfragen" der Deutschen heute.

Diejenigen aber, die wie Grass, sich nach dem Krieg auf die Seite der empoerten Sieger stellten um ganz Deutschland und seine Soldaten anzukreiden, sind Denunzianten niedrigen Charrackters die sich mit Auszeichnungen aller Art und mit Geldpreisen bezahlen liessen, obwohl sie als Mitglieder der Waffen SS bestimmt mehr ueber deutsche Kriegsverbrechen gewusst haben wie der durchschnittliche Landser und Normalverbraucher.

Peter P. Haase
Boca Raton, Florida
USA

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13. August 2006 04:03

Bewegend?

Karl-Heinz Isleif (Isleif)

Die Mitgliedschaft eines 17jährigen in irgendeiner Organisation ist für mich kein Anlaß mitzudiskutieren.

Wenn aber Herr Hans-Joachim Duebel in seinem
Kommentar meint, Grass habe seine Rolle in 'Katz und Maus' ja bereits angedeutet, und wenn er nebenbei diesen Erguß 'als den wohl bewegendsten Roman seiner Generation' bezeichnet, dann möchte ich das ungern so stehen lassen.
Ein Unbedarfter könnte ja glauben, das sei was dran!

Ich jedenfalls war davon unbewegt, fand das Ding sogar einen schrecklichen Schmarren, und das nicht nur wegen der Masturbationsszene. (Ohne die intimsten Details auszukotzen, ist für die modernen Helden deutscher Dichtkunst wie Grass, Walser, Handke... ein Buch offenbar unvollständig, oder es wird ihrem Kunstbegriff nicht gerecht.)

Karl-Heinz Isleif

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13. August 2006 00:20

Scham kann Wut zeugen

Rainer Mächler (wozu)

Herr Grass, es ist mutig den Pharisäer abzulegen und sich ohne Maske zu zeigen. Ich nehme an, daß Sie sich 60 Jahre lang quälerisch schämten. Für mich werden Sie menschlicher.
Es steht geschrieben, daß die Wahrheit frei macht.
Und der, der dies gesagt hat, hat die Macht zu vergeben.

Ich habe Sie nicht gemocht. Heute wünsche ich Ihnen Frieden.

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12. August 2006 16:32

Die ewige Links-Rechts-Rhetorik

gisbert heimes (gisbert4)

beherrscht auch diesen Vorgang, wie könnte es anders sein. Die Selbstgewissen feiern dabei - ohne auch nur einmal den Atem anzuhalten - einen geschenkten Triumph.

Das Verschweigen und das 'Geständnis' werden im Kontext mit der zeitgeschichtlichen Figur des Schriftstellers Grass ihre eigene Wirkungsmacht entfalten. Erst dann werden wir sehen, was es mit ihnen auf sich hat; welcher moralische 'Fortschritt' sich daraus - vielleicht - ableiten läßt.

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12. August 2006 15:47

Grass

Karlheinz Kluge (DrKarlheinz)

Es ist doch immer dasselbe Markenzeichen: Der Erfolg. Der Karrierist, dem es letztlich egal ist, wo und mit wessen Hilfe er seinen Erfolg erzielt.
Grass hat sich nach dem Kriege nicht plötzlich gewandelt. Er ist geblieben was er stets war: Ein Erfolgsmensch. Hätten die Nazis obsiegt, wäre Grass genauso Starschriftsteller geworden, einfach mit anderer Wortwahl und anderen Themen.
Seht doch mal genau hin: Eben noch Kaisertreu, danach in der NSDAP, später kritischer Wessi oder verknorkster Ossi; je nachdem, was einem die äusseren Umstände an Möglichkeiten bieten oder an Freiheiten lassen, um ins Rampenlicht zu treten.
Wir brauchen sie nicht, diese Halbgötter, diese CEO`s.
Sie drängen sich uns auf und sie spielen eine Rolle und zwar ihre. Ohne ihr "Werk" gäbe es ihn doch: den Menschen.

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12. August 2006 14:52

den Kopf hingehalten

Adam Maliszewski (castaneda67)

Das Image des mittellosen Vertriebenen, der einfach Alles , seine Heimat, die Familie, seine Identität verloren hat, kann Grass ad acta legen. Das hat bestenfalls Niveau für eine Steinbach-Show! Hier hat er einen Platz in der ersten Reihe verdient!

Wie viele andere Angehörige seiner Volksgruppe, den Kaschuben, hat er herzinniglich mit den Nazis sympathisiert, und hat dafür seinen Kopf hingehalten. Nun ist es raus. Merkwürdig, dass er gerade jetzt vor dem Erscheinen des neuen Buches damit rausrückt.

Einfach lachhaft, dass er im Ostblock Ansehen errang, und dort für eine Aussöhnung zwischen beiden Völkern einstand! In Polen wirkte er glaubhaft, als er Anhänger und Bewunderer während des Kalten Krieges um sich scharte.

Es bleibt die Selbsterkenntnis, die eigenen Kinder ein Leben lang belogen + betrogen zu haben.
-Armer alter Mann!

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12. August 2006 14:46

Kaum eine Pointe...

jens tuengerthal (jenstuengerthal)

Widerlich wie manchen der Zorn im Nachtreten in ihre Briefe läuft. Von hinten auf den Klassenfeind, wo er sich eine Blöße gibt. Eine neue Relativierung eigener Untaten fordern sie, weil einer der anderen vermeintlich seine urteilende Autorität im Bekenntnis verlor.

Dabei hat Grass die Gefahren der Verführung besser dargestellt, als etwa sein resigniert raunender Kollege vom Bodensee, dem schlicht geschah, der in Ruhe gelassen werden möchte. Er nahm die Verantwortung des Mahners wahr und wußte warum, ergriff Partei, stellte sich aktiv seiner Geschichte im Fortschreiten, entwickelte die Bundesrepublik moralisch mit zu dem was sie wurde, was sie besser machte als Vergangenes.

Wie rang meine Generation mit den Großeltern. Suchte nach Spuren von Widerstand in der eigenen Geschichte und wurde oft genug mit dem, das könnt ihr Euch nicht vorstellen, beschieden. Fehlende Vorstellung aber hinterläßt Lücken im Geschichtsbewußtsein.
Grass vervollständigt mit seinem zugegeben späten Geständnis dieses Bild, ohne zu relativieren. Mit seinem, seht her, auch ich bin nicht frei von Schuld, übernahm er Verantwortung als er es längst nicht mehr mußte und so ist auch der Zeitpunkt gut gewählt, bevor wir vergessen...

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12. August 2006 14:44

Kaum eine Pointe...

jens tuengerthal (jenstuengerthal)

Widerlich wie Keifern der Sabber ihres Zorns im Nachtreten in ihre Briefe läuft. Von hinten auf den Klassenfeind, wo er sich eine Blöße gibt. Eine neue Relativierung eigener Untaten fordern sie, weil einer der anderen vermeintlich seine urteilende Autorität im Bekenntnis verlor.

Dabei hat Grass die Gefahren der Verführung besser dargestellt, als etwa sein resigniert raunender Kollege vom Bodensee, dem schlicht geschah, der in Ruhe gelassen werden möchte. Er nahm die Verantwortung des Mahners wahr und wußte warum, ergriff Partei, stellte sich aktiv seiner Geschichte im Fortschreiten, entwickelte die Bundesrepublik moralisch mit zu dem was sie wurde, was sie besser machte als Vergangenes.

Wie rang meine Generation mit den Großeltern. Suchte nach Spuren von Widerstand in der eigenen Geschichte und wurde oft genug mit dem, das könnt ihr Euch nicht vorstellen, beschieden. Fehlende Vorstellung aber hinterläßt Lücken im Geschichtsbewußtsein.
Grass vervollständigt mit seinem zugegeben späten Geständnis dieses Bild, ohne zu relativieren. Mit seinem, seht her, auch ich bin nicht frei von Schuld, übernahm er Verantwortung als er es längst nicht mehr mußte und so ist auch der Zeitpunkt gut gewählt, bevor wir vergessen...

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12. August 2006 14:33

Dieser Mann wird wohl von allen, auch von sich selbst überschätzt

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Und zwar sowohl als Schriftsteller als auch als Mensch. Jetzt, wo er fast keine Beachtung mehr findet, will er sich diese mit seinem vermeindlichen Eingeständnis noch einmal verschaffen. Na ja, wem es denn hilft.

Rolf-Dirk Maehler

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12. August 2006 14:30

Bekenntnis Grass

Friedemann Claar (claarsen)

Schade, dieser Mann mit seiner kräftigen Literaturstimme hätte viel erklären können über die Irrtümer während des Drirtten Reiches und der Kriegszeit. Manches vorschnelle Urteil Spätgeborener über die "Alten" hätte durch sein Bekenntnis zur rechten Zeit gemildert, revidiert werden können. Ich bin nur wenige Jahre jünger und war auf dem besten Weg diesen falschen Weg auch zu gehen ohne es als Geheimnis zu verbergen.

M.E. ist sein Ansehen beschädigt; bei mir auf jeden Fall.

Friedemann Claar
Keszthely/Ungarn
claarsen@t-online.hu

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12. August 2006 14:01

Deutschland muss endlich die Hitlerzeit verarbeiten!

mik art (mikart)

Die Deutschen haben allen Anschein nach die Hitlerzeit bis heute noch nicht richtig verabeitet!
Lange Zeit wurde darüber geschwiegen. Dann war die Rede von den bösen Nazis, die ja keine Deutschen, wie Du und Ich waren. Seit kurzem wird die Opferrolle des deutschen Volkes in den Vordergrund geschoben. Das unzählige Leid der Vertriebenen, der von Bomben zerstörten Städte, all das stand als Symbol, um der Welt zu zeigen, seht her, wir sind auch Opfer dieses Krieges gewesen!
Die deutschen Historiker, Politiker, all die Intelektuellen, denen Grass immer unterstützend, ja helfend zur Seite stand, verlangten, dass andere Nationen das deutsche Leid anerkennen!
Die Stimmen aus dem Ausland, welche das Martyrium des deutschen Volkes nicht genügend würdigten, wurden als rückständig und deutschfeindlig abgestempelt.
Kann Deutschland weiterhin die Vertreibung der Deutschen, deren Söhne als 17-jährige der Waffen-SS angehörten, auf eine Stufe mit der Vertreibung der Armenier, der Bosnier, usw. stellen?

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12. August 2006 13:44

Als halbes Kind in der SS - als Mann gelogen und betrogen

Ben Hur (titopoli)

Herr Grass hat es sich selbst verdient so behandelt zu werden, wie er Kohl, Reagan und andere behandelt hat, nämlich deutlich, deftig, kräftig.

Hat Grass die beiden deshalb so verachtend gescholten, weil er wußte, ja aus eigener Erfahrung wußte, daß es den unschuldigen, nur einer Verführung erlegenen SS-Mann nicht gibt? Wußte er damals, was wohl jetzt seiner Erinnerung entglitten ist?

Mit seinen eigenen Worten hat er damals ausgeschlossen, daß auf dem Friedhof in Bitburg auch nur eineinziges halbes Kind, ein einziger verblendeter, unschuldiger hätte liegen können - und jetzt behauptet er selbst einer gewesen zu sein.

Grass hat 60 Jahre gelogen und betrogen, seine moralische Position auf einer Lüge aufgebaut. Sollen wir ihm jetzt glauben, daß er das einzige Unschuldslamm in der SS gewesen ist? Jetzt - da es wohl keine Zeugen mehr gibt oder deren Erinnerung getrübt ist. So harmlos sollte man denn doch nicht daherkommen.

Daß Grass sich nie als Widerstandskämpfer stilisiert hat ist eine Floskel und besagt gar nichts. So, wie Frank Schirrmacher das schreibt, rechnet er das Grass auch noch hoch an. Warum diese Samthandschuhe?

Grass als Protagonist der Freiheit? Gott schütze uns vor diesen Protagonisten!

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12. August 2006 13:34

Bitterer Nachgeschmack

Alexander Pruß (A.Pruss)

Man kann Herrn Grass sicherlich keinen Vorwurf daraus machen, dass er bei der Waffen-SS war. Zum Zeitpunkt seines Eitritts war er schließlich noch ein halbes Kind. Und wie er selber sagte verblendet. Vielen seiner genereation ging es da nicht anders. Was sollte ihn daher unterscheiden? Nur weil er jetzt Schriftsteller und Nobelpreisträger ist und andere seiner Geneartion nicht? Das macht ihn noch nnicht zu einem besseren Menschen.

Man kann ihm allerdings den Vorwurf machen, sich erst so spät geäußerst zuhaben. Über 60 Jahre später. Und vorallem nachdem er in diesen 60 Jahren immer und immer wieder den moralsichen Zeigefinger erhoben hat und sich als der sah, der das Wort Nazi und alles was damit zuammenhängt traut auszusprechen. So etwas stört gewaltig. Und natürlcih die Tatsache sich rein zufällig zum Erscheinen seines neuen Buches zu seiner Vergangenheit zu äußern.

Schade, so etwas hinterlässt einen sehr bitteren Nachgeschmack

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12. August 2006 13:15

Naja

Christian Naubert (chutes_niagara)

Ich glaube eines konnte, so scheint es jetzt im wahren Lichte, Günther Grass nie, sich selbst an die eigene Nase fassen. Herrn Grass seine Maxime war doch in den letzten Jahren nur sich auf seinen Titel auszuruhen und, da teile ich vollends die Kritik meiner Vorredner, mit erhobenen Zeigfinger und teilweise unzumutbaren Äußerungen, von sich reden zu machen. Es scheint als wäre Herr Grass auch nicht der Übermensch, welcher er selbst gern sein wollte. Ein Sympath war und ist er nicht.

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12. August 2006 12:59

Grass' Werk ist Bekenntnis genug

Hans-Joachim Duebel (aduebel)

Schirrmacher und so mancher Schriftstellerkollege irren.

Die eigene jugendliche Verstrickung von Grass in den Endkampf der Nazis ist bereits in 'Katz und Maus', dem wohl bewegendsten Roman seiner Generation, klar und deutlich beschrieben worden. Auch dem Nobelpreiskommittee waren sicher die stark autobiographischen Zuege des Werkes von Grass bewusst.

Was haette ein frueheres Bekenntnis zu einem dreiviertel Jahr Waffen-SS als 17-jaehriger denn gebracht? Deutschland einen verdienten Literaturnobelpreistraeger weniger.

Grass waere im uebrigen ein wuerdiger Bundespraesident mit dem Potential eines Vaclav Havel gewesen - einer der letzten Ostdeutschen mit dem Zeug dazu, ehrliches Zeugnis ueber die untergegangene Kultur seiner Heimat abzulegen und die Beziehungen zu Ostmitteleuropa zu verbessern. Schade, dass wohl nur eine Fussnote der Geschichte diese Moeglichkeit verhindert hat.

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12. August 2006 12:10

Ja die Linken

Michael Aßmann (mitronas)

Die Kritik an Herrn Grass teile ich. An Herrn Schmidtmann: Ich stimme Ihnen soweit zu, dass sie das auftreten der Linken an sich kritisieren. Die Beispiele, die sie bringen, passen aber nicht. Alle Ereignisse die sie aufführen, sind das Werk von CDU-Regierungen. Das sollten sie nicht vergessen. Egal, wie sie dazu stehen.

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12. August 2006 12:10

Eine zeitgeschichtliche Pointe

Matthias Hühn (matthiashuehn)

Höflichkeit im Umgang mit Menschen ist gewiß kein Makel, aber warum wird Günter Grass mit solchen Samthandschuhen angefaßt, wenn er selbst in unflätigster und ideologisch verbrämter Art und Weise immer wieder andere beschimpft hat und jetzt herauskommt, daß all dies auf einer Lebenslüge basiert? Und überhaupt: wo war Günter Grass "oft genial"? Er ist doch wohl eher ein typischer Vertreter der "ein-Buch-Fraktion" unter den Schriftstellern. Zugegeben, die Blechtrommel ist ein Werk, das in der deutschen Nachkriegsliteratur seinesgleichen sucht, aber der Rest?

Recht amüsant ist, daß Bundeskanzler Schröder in seinem letzten Wahlkampf von einem Mitglied der Waffen-SS unterstützt wurde, während Kohl verunglimpft wurde, weil er einen Friedhof besucht, auf dem auch Mitglieder der SS begraben liegen.

Grass' Lebenslüge wäre so viel einfacher unter der Rubrik "Kriegswirren" ad actas zu legen, wenn bei Grass auch nur ein Rest selbstironischen Abstands zu erkennen wäre. Ein Mann aber, der sein Leben lang mit dem erhobenem Zeigefinger eines selbstgerechten Ideologen doziert hat, hat soviel Verständnis wie es aus dem Beitrag herauszulesen ist, nicht verdient.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Matthias Hühn

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12. August 2006 11:51

17 Jahr, blondes Haar...

Julius Franzot (JFranzot)

Bei den nachfolgenden Zeilen bin ich hellhörig geworden:

"Im Licht dieser Selbstoffenbarung werden Kritiker und Germanisten das Leben des oft beneidenswert selbstgewissen, das Schaffen des oft genialen Mannes einer behutsamen Revision unterziehen."

Wie Thomas Mann treffend beschrieb, war der Krig - er meinte den Ersten WK - für die Jugendlichen nur ein Anlass, aus dem Alltagstrott auszubrechen, einfach die Schule schwänzen. Deshalb würde ich keinem damals Halbwüchsigen Vorwürfe machen, nicht Grass, nicht dem Papst.

Wenn jemand jetzt noch Grass unterstellt, er habe sein neues Buch aus Geldgier geschrieben, da kann ich nur den Kopf schütteln. Glaubt jemand im Ernst, dass Grass es nötig hätte? Grass kann heute das Telefonbuch mit seinem Namen versehen und gut versilbern.

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12. August 2006 11:36

ss oder bundeswehr heute noch?

christoph weichberger (kikolo)

deswegen finde ich es nicht in ordnung
das 16 17 18 jaehrige zur bundeswehr
eingezogen werden -----sie sind kinder
herumkommandiert gegebenfalls erniedrigt
und das noch heute
sie koennten dort einer beeinflussung unterliegen
die aehnlichen charakter hat
wie das was wir heute lesen muessen





denn es muss und wird ja nicht jeder ein beruehmter
schriftsteller --der sich dem stellen muss
aber gewalttaetig koennte schon ein jeder werden ---dann
wenn er diesen verhaeltnissen ausgestzt wird
und die frage ist heute --wofuer eigentlich

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12. August 2006 11:22

was bleibt ....

Jörg Keller (malvis)

Sicherlich sollte man nicht denStab brechen über einem 17-jährigen, der sich freiwillig meldet, an etwas teilzuhaben. Und auch ist sicherlich richtig, daß ein solches Geständins direkt nach Kriegsende durchaus lebensgefährlich gewesen wäre ....

... aber diese Erinnerung nach über 60 Jahren mit den Interessen zu verknüpfen, die an der Veröffentlichung eines Buches hängen, macht diese anrüchig und moralisch völlig unglaubwürdig.
Es hätte in all der Zeit sicherlich genügend Gelgenheiten und Podien gegeben, um sich das von der Seele zu schreiben.

Bleibt nur zu hoffen, daß der Verlag nicht auch noch das Buch mit einem 'feature'-Aufkleber versieht: Inklusive WaffenSS-Geständnis.

In tiefer Enttäuschung

Joerg Keller

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12. August 2006 11:14

Heuchler

Jürgen Schmidtmann (schmidtmann3)

Dieser Gutmensch, dieser Allesbesserwisser, dieser Lügner und Verdränger. Günter Grass hat sich als das entlarvt, was er immer war: ein unredlicher Mensch, der von sich glaubte, dass er alles besser weiß als die anderen. Aber das war schon immer das Problem der Linken und nicht nur in unserem Land, dass ihr Menschenbild eine falsche Signatur in sich trägt. Sie waren im Denken radikaler als Faschisten, rechthaberisch bis zur Selbstverleugnung und haben so viele schwere politische Fehlleistungen gegangen, dass einem schlecht wird, siehe Westbindung, siehe Bundeswehr, siehe Nato-Doppelbeschluss, siehe Wiedervereinigung usw.. Ich habe Grass schon lange nicht mehr zugehört und ich hoffe, dass ich jetzt auch von ihm überhaupt nichts mehr höre. Es hat genug Schaden angerichtet.

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