Russland und die SPD

Ganz der Schröder

Von Berthold Kohler

21. August 2008 Am 40. Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings hat die Angst um den Weltfrieden auch die SPD erfasst. „Sehr besorgt“ äußerte sich deren Vorsitzender Beck allerdings nicht über den russischen Einmarsch in Georgien. „Erheblichste Probleme“ bereitet ihm vielmehr das Abkommen zwischen Washington und Warschau über die Raketenabwehr. Das System soll vor iranischen Atomraketen schützen.

Beck meint, dieses Vorhaben setze eine neue Aufrüstungsspirale in Gang und gefährde die „Geschlossenheit“ des Westens und Russlands in den Verhandlungen mit Teheran. Bisher verhinderte jedoch vor allem der Kreml, dass wirksamer Druck auf Iran ausgeübt werden konnte - obwohl ein Verzicht Teherans auf die Atombombe auch im russischen Interesse wäre und mit ihm die Begründung für das Abwehrsystem wegfiele. Beck aber will in diesen schwierigen Zeiten am vertrauten Weltbild festhalten und, ganz der Schröder, das „gutnachbarschaftliche Verhältnis“ zu Russland pflegen. Welch Zufall, dass die Linkspartei alles genauso sieht.

Text: F.A.Z.

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