Syrisch-französische Beziehungen

Verfrühte Visite

Von Günther Nonnenmacher

11. Juni 2008 Zum zweiten Mal schickt Präsident Sarkozy seine engsten Berater nach Damaskus, um auszuloten, ob das syrische Regime bereit sei, zur Lösung der Probleme im Nahen Osten beizutragen. Da gibt es in der Tat Bewegung: Die indirekten Verhandlungen mit Israel unter Vermittlung der Türkei weisen darauf hin; in der syrischen Innenpolitik gibt es schwer zu deutende Personalwechsel.

Aber der Weg zu einer Herauslösung Syriens aus der engen Verbindung mit Iran ist weit. Bisher sind alle Kontaktversuche mit Damaskus – auch die des deutschen Außenministers Steinmeier – im Nichts versandet. Auch Sarkozy, der Ungeduldige, wird sich daran gewöhnen müssen, dass in diesem Teil der Welt nichts schnell geht und jede Idee mit einer Fülle von Hintergedanken verbunden ist.

Voreilig ist jedenfalls der offiziös geäußerte Gedanke, den syrischen Diktator Assad zum Defilee des 14. Juli in Paris einzuladen. Die Blamage des Gaddafi-Besuches in Frankreich müsste Sarkozy noch in schlechter Erinnerung sein. Ehrenbezeugungen für Assad sollte es erst geben, wenn Syrien fassbare Vorleistungen erbringt.

Text: F.A.Z.

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