Es ist nicht verwunderlich, dass die Beziehungen so herzlich sind. Israel kann sich darauf verlassen, dass Frau Merkel die Bomardierungen des Gaza-Streifens nicht kritisiert und schon gar nicht die Äußerung eines israelischen Vizeministers, der den Palästinensern mit einem Holocaust droht.
Wie hört man doch so oft ? "Wehret den Anfängen!" Für Israel gilt das natürlich nicht.
Solange das Existenzrecht eines staates zur Staatsräson eines anderen Staates gehört, kann man nicht behaupten, dass die Beziehungen auf gleicher Ebene laufen. Deutschland ist nicht in der Lage, seine Nahost-Politik "selbst" zu gestalten.
Schon recht, diese Freundschaft - aber:
Wollen WIR (nicht die reisefreudigen und teils mediengeilen Politiker) dieses sogenannte besondere Verhältnis? Wie viele sind nach 1939 geboren? Schuldig?
Was unterhält diese "besondere Beziehung"? GELD und Einfluss.
Geld wozu? Um Waffen und Waffen und Waffen zu kaufen, um ein benachbartes Volk weiterhin demütigen und unterdrücken zu können. Erleben wir es nicht tagtäglich?
Einfluss: Um sich weiterhin um die UNO-Resolutionen einen Dreck zu scheren.
Ueber all diese Einwände helfen die "Betroffenheit", das Händeschütteln, das Plappern von "besonderer Verantwortung", von "... Teil der Identität ..." usw. NICHT hinweg.
Ihr Politiker, fragt mal das Volk, ob dieser Sonderstatut weitergehen soll. Fragt!
Eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Israelis findet übrigens im militärischen Bereich statt. Das bezieht sich nicht allein auf die oft kritisierten, ähm, "Fracht-Uboote" und den weitgehenden Einkauf deutscher Wehrtechnik durch die Israelis.
Die BW und die IDF haben seit 1998 ein Austauschprogramm für Offiziersanwärter, in dessen Rahmen deutsche OAs in Israel und Israelis in Deutschland einige Wochen lang ausgebildet werden. Ein Bekannter von mir hat an diesem Programm teilgenommen, und ist seitdem großer Israel-Freund. Er meinte, daß die persönlichen Beziehungen gerade unter Jüngeren nicht von der Vergangenheit überschattet seien; auch sei die IDF im Gegensatz zu der Bundeswehr eine "richtige" Armee, bei deren Übungen er einiges gelernt hätte. Die Israelis seien oft in taktischer, logistischer und philosophischer Hinsicht "deutscher" als die BW.
Wäre erfreulich, wenn dies auch von politischer Seite gewürdigt würde.