28. Dezember 2007 Die hessische SPD, die sechs Wochen vor der regierenden CDU in den Wahlkampf gestartet ist, hat ihr Thema gefunden. Es ist vielleicht nicht das, wovon sich die Spitzenkandidatin Ypsilanti ursprünglich den durchschlagenden Erfolg erhofft hatte - nicht ihr Energieprogramm aus Sonne und reiner Luft, nicht ihre original finnische Schulpolitik und eigentlich überhaupt kein landespolitisches Thema -, sondern der Mindestlohn.
Ministerpräsident Koch, der sich eine Weile daran ergötzt haben mag, dass die SPD landauf, landab (Negativ-)Werbung mit seinem Namen trieb (Koch kocht), statt den ihrer eigenen Kandidatin bekannt zu machen, eröffnete seinen Wahlkampf mit dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens.
Doch nicht einmal die Verheißung Zehntausender neuer Jobs, die dort entstünden, wurde zum Schlager. Jetzt sucht er den Ohrwurm, den die Wähler mitsummen werden: Ist es die Warnung vor Rot-Rot-Grün, vor ausländischen Staatsfonds, vor kriminellen Ausländern? Und je hektischer er sucht, desto schiefer klingen seine Töne.
Text: F.A.Z.