Syriens Atomprogramm

Verdächtige Weigerung

Von Horst Bacia

03. Juni 2008 Vor neun Monaten hat die israelische Luftwaffe in geheimer Mission ein Ziel in Syrien angegriffen und zerstört. Über die Hintergründe wurde damals nichts bekannt. Israel ließ kein Wort verlauten, und Syrien tat so, als sei die Aktion fehlgeschlagen.

Spätestens seit dem April, als amerikanische Geheimdienste ihre Erkenntnisse zu dem Fall bekanntmachten, gibt es aber keine ernsthaften Zweifel mehr, dass es sich bei dem zerstörten Objekt um einen Atomreaktor nordkoreanischer Bauart gehandelt hat. Nach dem Angriff wurde das Areal mit Planierraupen eingeebnet, um Spuren zu beseitigen. Nukleares Material hatte sich dort angeblich noch nicht befunden.

Deshalb wird der Nachweis, es habe sich um einen Reaktor gehandelt, schwer zu führen sein. Als Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrages hätte Syrien die Aktivitäten melden müssen. Wenn Damaskus nun einer Inspektion durch die IAEA zustimmt, davon aber zwei andere Anlagen ausnimmt, die nach amerikanischer Darstellung wichtige Hinweise geben könnten, schürt es den Verdacht. Die Weigerung darf nicht hingenommen werden.

Text: F.A.Z.

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