28. August 2007 K.F. Mit der ihm eigenen, provozierend unkonventionellen Direktheit hat der französische Präsident nicht um den heißen Brei geredet. Wenn es im Atomkonflikt mit Iran keine gütliche Einigung gebe - wenn also die diplomatischen Bemühungen scheitern sollten -, werde es am Ende nur diese katastrophale Alternative geben: die iranische Bombe oder die Bombardierung Irans. Sarkozys Zusatz, dass er die nukleare Bewaffnung Irans für inakzeptabel halte, erinnert an ähnliche Formulierungen der Bundeskanzlerin; die Einschätzung, der Konflikt mit dem islamischen Regime in Teheran sei der gefährlichste der internationalen Politik, könnte sich auch in einer amerikanischen Denkschrift finden. Sarkozy war sich nicht im Unklaren darüber, was er da in seiner ersten großen Rede zur Außenpolitik gesagt hat. Es ist offenkundig, was das für die Diplomatie bedeuten muss: Die Geschlossenheit der maßgeblichen Akteure gegenüber Iran ist wichtig, unerlässlich; aber ebenso wichtig ist die Entschlossenheit, sich nicht von einer iranischen Führung an der Nase herumführen zu lassen, die diese Taktik gut beherrscht. Denn wenn die Sache so weiterläuft wie bisher, dann steht die Welt wirklich noch vor einer katastrophalen Wahl.
Text: F.A.Z., 29.08.2007, Nr. 200 / Seite 8