Warum sind wir so unflexibel? Anstatt zu boykottieren, könnten wir die Spiele in einem anderen Land stattfinden lassen. In Athen steht doch noch die ganze Infrastruktur. Zeit haben wir noch genug, diese Option wäre da. Da bräuchten die Athleten nicht zu verzichten und die Spiele wären gerettet. Man muss da eben improvisieren, dann ist halt nicht perfekt. China fürchtete nichts mehr als sein Gesicht zu verlieren. Das würde sie mächtig unter Druck setzen und wir könnten unseren Willen und unsere Kreativität unter Beweis stellen. Wir sollten aufhören in Schwarz-Weiß zudenken.
Der Kommentar trifft sehr gut die Situation, merci.
Olympia hat China ins Rampenlicht der Weltbühne gerückt und dies seit nunmehr einigen Monaten. Die Konflikte aber, die in diesem Vielvölkerstaat herrschen, sind älter und komplizierter als die Vorbereitung und Austragung eines kommerziellen Sportevents. Im Bericht wurden neben Tibet auch die Uighuren in Xinjiang erwähnt, dies ist zwar die größte Minderheit in China aber die anderen 50 stehen in der Entwicklung und Freiheit oft nicht besser da. Prinzipiell sollte sich die Weltgemeinschaft fragen, a. wie sind wir vor Olympia mit der chinesischen Regierung in Fragen der Menschenrechte und Selbstbestimmung umgegangen, b. wir werden wir während Olympia mit dieser Frage umgehen und c. was passiert danach? Business as usual? Nun, ich habe stark die Befürchtung, dass es Business as usual wird und Olympia eher eine nette Gelegenheit ist, neben Chinas doch so faszinierendem Wirtschaftswachstum und all den anderen Optionen, die die deutsche Wirtschaft in China hat, jetzt mal das Interesse der Leser auf andere Themen zu lenken und zu zeigen, dass doch nicht alles so sagenhaft ist. Verschwindet Olympia aus der Presse, so verschwinden auch die Probleme der Minderheiten in China! 2012 werden sie sich fragen: "2008 war Olympia in Athen, oder?"
Olympia hat China ins Rampenlicht der Weltbühne gerückt und dies seit nunmehr einigen Monaten. Die Konflikte aber, die in diesem Vielvölkerstaat herrschen, sind älter und komplizierter als die Vorbereitung und Austragung eines kommerziellen Sportevents. Im Bericht wurden neben Tibet auch die Uighuren in Xinjiang erwähnt, dies ist zwar die größte Minderheit in China aber die anderen 50 stehen in der Entwicklung und Freiheit oft nicht besser da. Prinzipiell sollte sich die Weltgemeinschaft fragen, a. wie sind wir vor Olympia mit der chinesischen Regierung in Fragen der Menschenrechte und Selbstbestimmung umgegangen, b. wir werden wir während Olympia mit dieser Frage umgehen und c. was passiert danach? Business as usual? Nun, ich habe stark die Befürchtung, dass es Business as usual wird und Olympia eher eine nette Gelegenheit ist, neben Chinas doch so faszinierendem Wirtschaftswachstum und all den anderen Optionen, die die deutsche Wirtschaft in China hat, jetzt mal das Interesse der Leser auf andere Themen zu lenken und zu zeigen, dass doch nicht alles so sagenhaft ist. Verschwindet Olympia aus der Presse, so verschwinden auch die Probleme der Minderheiten in China! 2012 werden sie sich fragen: "2008 war Olympia in Athen, oder?"
Merci für Ihren -durchweg zustimmungsfähigen- Kommentar, wie auch für die beiden vorangegangenen Zuschriften hier. Nur gestatten Sie eine kleine Korrektur zu Ihren Ausführungen am Ende:
Peking wird sich mE nicht entscheiden. Denn es ist offiziell eine der drei letzten kommunistischen Diktaturen auf der Welt - da entscheidet man sich schon aus ideologischen Prestigegründen eher selten fürs Einlenken... - auch wenn Peking seitenverkehrt die einzige "Manchester-Kapitalismus-Insel" im Jahre 2008 (!) ist.
ME der eînzige Weg:
Keine Olympiade in diesem Land!
Auch wenn es mir (ua) um die deutschen Sportlerinnen und Sportler leid tut, die ja mehr als nachvollziehbarerweise der Olympiade 2008 entgegenfiebern.
Ich habe mich schon längst entschieden:
Kein TV im August 2008. Und wenn - entgegen allen westeuropäisch-demokratischen Traditionen man sich doch, escuse, entblödet - OlympiaBoykott nicht nur im TV, sondern NZZ und auch FAZ-Lesermässig. Es reicht mir nämlich völlig, aus diese Ecke der Welt die Bilder zusammengeschlagener Tibetaner auf SF 1 oder ARD/ZDF zu sehen!!
Es sieht schon so aus also ob die Welt mehr Angst hat die Regierung in Peking zu beleidigen als ein klares Statement fuer die Rechte der Tibeter zu machen.
Nicht nur Peking muss sich entscheiden welchen Weg es gehen will, sondern auch die Weltgemeinschaft. Wir muessen uns entscheiden ob wir weiterhin stillschweigen, nur damit China mit uns zufrieden ist oder ob wir unsere Werte weltweit vertreten egal wer am anderen Ende steht, ob China order ein kleines entwicklungs Land.
Einen doppel Standarts in einer so wichtigen Frage, wie Menschenrechte und Religiousefreiheit koennen wir uns nicht leisten.
Die "freie Welt" ist nicht wirklich um die FREIHEIT DES BEWUNDERUNGSWÜRDIGEN Tibetischen Volkes, besorgt, sondern hauptsächlich darum, das man die so heren olympischen Spiele in aller Ruhe, zweckenfremdet, als Gelddruckmaschine nutzen kann.
Wer spricht denn heute noch von dem noch nicht lange zurückliegenden Aufbegehren der Mönche in Birma ? (Da findet ja auch keine Olympiade statt.)
Im übrigen glaube ich nicht, das dies schon der Beginn des Niederganges der in China herrschenden Clique ist. Die "frei Welt" hat daran kein Interesse. Noch fließt auch deutsche Entwicklungshilfe nach China. Dafür bekommen wir dann billige Markenimitate.
Lernen wir eigentlich nichts aus der geschichte ? War es denn richtig, das der Westen Adolf Hitler, den Irren, bei dessen Olympiade hofiert hat ?
Haben wir vergessen, was danach folgte ?