Burma

Die Tricks der Junta

Von Oliver Hoischen

11. Mai 2008 Es wird sich zeigen, ob und wie lange die Militärjunta mit solchen Tricks bei den Burmesen durchkommt: Wie aus der Hauptstadt Rangun zu hören ist, lassen die Generäle einfach ihre Namen auf die Kisten mit internationalen Hilfsgütern schreiben und behaupten frech, das seien ihre Geschenke. Das unterbietet noch die bisher übliche Interpretation, die auch schon schlimm genug war: dass die Unterdrücker der Burmesen ihr Volk von jedem äußeren Einfluss abschneiden wollen - und wenn es die schlichte Hilfe zum Überleben ist.

Sie würden wohl kaum so handeln, wenn sie es nicht dringend nötig hätten - und sich so eine größere Zustimmung zu dem Referendum erhofften, das sie ausgerechnet für Samstag angesetzt hatten, und das sie trotz der Sturmkatastrophe nicht verschieben wollten. Ihrer Macht scheinen sie sich alles andere als sicher zu sein. Oder müssten sie sie sonst per Volksabstimmung zementieren? Die blutigen Proteste der buddhistischen Mönche vom vergangenen Herbst sind jedenfalls noch in deutlicher Erinnerung. Und es ist mehr als fraglich, ob die Burmesen nun, angesichts der fürchterlichen Lage im Land, wirklich den Vorgaben der Militärs folgen und für die neue Verfassung stimmen würden - wenn die Abstimmung frei und fair verliefe.

Der Fall zeigt ein weiteres Mal, was passiert, wenn ein Regime sein eigenes Volk als Geisel nimmt. Angesichts der Befürchtungen der Vereinten Nationen, die Zahl der Toten könne bis auf hunderttausend steigen, ist das Verhalten der Machthaber nicht nur zynisch - es ist ein Verbrechen. Das wird kaum besser dadurch, dass inzwischen Hilfsgüter nach und nach in das Land gelassen werden, mit allerlei Schikanen. Wundinfektionen, chronischer Durchfall, Malaria und Dengue-Fieber bedrohen die Bevölkerung, es fehlt an sauberem Trinkwasser. Schon ist die Rede von einer zweiten Todeswelle.



Text: F.A.S.

 
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