Lang sind die Reden über die Vergangenheit, kurz aber die Ausblicke auf die nächsten sechzig Jahre

60 Jahre Israel

Israel läuft die Zeit davon

Vierzig Jahre Besatzung stehen der Erfolgsgeschichte von sechzig Jahren entgegen. Wenn Israel seine Identität, Demokratie und demographische Mehrheit wahren will, muss rasch über einen eigenen palästinensischen Staat verhandelt werden. Doch eine große Sehnsucht nach Sicherheit lähmt den Mut zum Frieden. Von Jörg Bremer

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Mai 2008 15:02

Märchenstunde in der FAZ...

Harry LeRoy (Cimon)

Woher kommt eigentlich jenes Märchen, dass ein Staat gesichert sei, wenn er von seinen Nachbarn anerkannt sei und fremde Mächte für seine Grenzen garantiert hätten? Ein Staat besteht einzig und allen durch die Fähigkeit seine inneren und äußeren Feinde in Schach zu halten, verliert er diese oder besaß er sie nie so geht er notwendig zugrunde. Es mag zwar einige Ausnahmen geben, aber diese basieren entweder auf der geographischen Abgeschiedenheit oder dem höchst unbeständigen Wohlwollen fremder Mächte. Hat es Polen geholfen, dass es ein altehrwürdiges päpstliches Lehen war, als es im 18. Jahrhundert von seinen Nachbarn zerschlagen wurde? Hat Finnland etwa der Völkerbund davor gerettet von der UdSSR überrannt zu werden? Allein ihre Tapferkeit hat den Finnen die staatliche Existenz bewahrt, wieso sollte dies also im Falle Israels anders sein?

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