Amoklauf in Berlin

HIV-Nachweis: Quälende Ungewißheit

28. Mai 2006 Menschen, die sich möglicherweise mit dem Aids-Erreger HIV angesteckt haben, müssen mit einer quälenden Zeit der Ungewißheit leben.

„Es gibt verschiedene Nachweismethoden“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mikrobiologie am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, Gefion Franke, am Samstag. Bei einem Antikörpertest zum Beispiel könne es drei bis sechs Monate dauern, bis ein Ergebnis vorliege. Bei Verdacht auf eine aktuelle Infektion werde meist ein Virus-Direktnachweis vorgenommen. Dabei könnten Genom-Bestandteile schon nach etwa vier Wochen nachgewiesen werden, erläuterte Franke. Sollte es dabei keinen Befund geben, sei eine Übertragung sehr unwahrscheinlich. Für die Patienten bedeute das dann zumindest schon eine vorsichtige Entwarnung.

Nach einer Ansteckung gibt es nach den Worten der Wissenschaftlerin für einige Stunden die Möglichkeit einer Prophylaxe. „Im besten Fall sollte die Vorbeugung innerhalb von zwei bis vier Stunden beginnen“, sagte Franke. Die Behandlung mit Medikamenten, die eine Vermehrung des Erregers verhindern sollen, müsse danach vier Wochen fortgesetzt werden. Mit dieser Therapie könne das Ansteckungsrisiko verringert werden, Sicherheit gebe es aber letztendlich nicht.

Ansteckungsgefahr bestehe vor allem dann, wenn fremdes, infiziertes Blut mit eigenem Blut in Berührung komme. Wenn zum Beispiel - wie im Berliner Fall - mehrere Menschen durch ein blutiges Messer verletzt werden, sei für die zuerst Betroffenen die Gefahr am größten. Wichtig sei bei jedem Verdacht, sich sofort in qualifizierte Behandlung zu begeben, betonte Franke.

Text: dpa

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