30. April 2008 Ein die Alzheimer-Krankheit förderndes Enzym kann mit einem neuartigen Verfahren besser als bisher gehemmt werden. Zu diesem Ergebnis, das die Hoffnung auf eine wirksame Therapie nährt, sind Forscher um Kai Simons und Lawrence Rajendran vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden bei Tierversuchen gekommen.
Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit finden sich große Mengen von sogenanntem beta-Amyloid-Peptid im Gehirn. Diese Moleküle führen zum Absterben von Nervenzellen. Es handelt sich um Fragmente eines Eiweißmoleküls, die durch enzymatische Spaltung entstehen. Versuche, das an dem Prozess maßgeblich beteiligte Enzym beta-Sekretase zu hemmen, waren bisher wenig erfolgreich. Die Spaltung findet vor allem in bestimmten Organen der Zelle statt, den Endosomen in der Zellperipherie.
Produktion von beta-Amyloid-Peptid innerhalb weniger Stunden gesunken
Das legt die Vermutung nahe, dass gelöste Hemmstoffe des Enzyms kaum in diese abgegrenzten Reaktionskammern vordringen können. Die Dresdner Forscher haben daher einen Hemmstoff mit einer Struktur - einem Sterinrest - verknüpft, die den Komplex in Membranen verankert. In dieser Form, an frei in der Membran schwimmende Inseln gebunden, gelangt die Substanz leichter in die Zelle und in die Endosomen.
Wie die Forscher in der Zeitschrift Science (Bd. 320, S. 520) berichten, ließ sich auf diese Weise sowohl bei Fliegen als auch bei Mäusen die Aktivität der beta-Sekretase stark drosseln. Die Produktion von beta-Amyloid-Peptid sank innerhalb von vier Stunden auf die Hälfte, während der gelöste Hemmstoff keine Wirkung zeigte.
Text: F.A.Z.
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