Schlafstörungen

Die 24-Stunden-Gesellschaft macht krank

29. November 2006 In den Vereinigten Staaten findet man sie schon, die „Nickerchen-Kultur“, die den gesunden Schlaf als eine der Säulen medizinischer Prävention vorsieht. Jetzt geht auch die deutsche Schlafmedizin in die Offensive.

Weil offenbar immer mehr Menschen, ältere wie vermehrt auch jüngere, die mehr als dreihundert Schlafambulanzen und -labore im Land aufsuchen und über chronische Störungen klagen, sehen die Fachleute dringend Handlungsbedarf. Schlaf soll neben Ernährung und Bewegung Teil der bundesweiten Aufklärungskampagnen des Gesundheitsministeriums werden. Die Botschaft lautet: Schlafstörungen werden als krankheitsauslösender Faktor, als Krankheit selbst, unterschätzt.

Schlafdefizite werden teuer bezahlt

Wer ahnt in der Tat schon, daß wir für unsere Schlafdefizite teuer bezahlen - mit Müdigkeit, Schmerzen, Gedächtniseinbußen und am Ende gar mit Lebenszeit? Zum Start eines bisher einmaligen Forschungsprojektes von Medizinern der Berliner Charité und zwei Dutzend Tänzern des Staatsballetts Berlin stellen wir einige aktuelle Ergebnisse und Berichte aus der Schlafforschung sowie die gesundheitspolitische Initiative zur Förderung der „Schlafhygiene“ vor.



Text: F.A.Z., 29. November 2006
Bildmaterial: ddp

Insomnie

Auf der Suche nach der geruhsamen Nacht

Menschen, die an Insomnie leiden, quälen sich in der Nacht und setzen sich wegen ihrer Schlaflosigkeit selbst unter Druck. Hinter der Krankheit steckt oft eine Depression, die aber nicht immer erkannt wird.

Schlafforschung

Gesundes Schlafen ist ausgeblendet

Viele Bundesbürger sind unausgeschlafen und leiden darunter. Der Schlafmediziner Ingo Fietze möchte mit einem „Initialprojekt“ die Politik auf das Problem aufmerksam machen. Denn schlechter Schlaf kann sich auch ungünstig auf die Wirtschaft auswirken.

Schlaf und Gedächtnis

Gute Nächte schmeicheln dem Gedächtnis

Das Gehirn profitiert von den Ausflügen ins Land der Träume. Daß Schlafen neben der Erholung auch dem Gedächtnistraining dient, wollen Forscher in einer Studie an Fliegen bewiesen haben. Zudem soll „sozialer Streß“ zu einem erhöhtem Schlafbedürfnis führen.

Selbstversuch

Nie mehr ein Morgenmuffel sein

Aufwachen, wenn es am schönsten ist - das verheißt eine neue Erfindung aus den Vereinigten Staaten. Das Prinzip klingt simpel und überzeugend. Doch hält die Idee, was sie verspricht? Christina Elmer hat es im Schlaflabor getestet.