Krebstherapie

Impfung für Frauen gegen krebsauslösende Viren

Von Joachim Müller-Jung

17. November 2004 Mit einem Impfstoff, der die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindern soll, sind in einer klinischen Untersuchung mit 1113 jungen Frauen in Nordamerika und Brasilien vielversprechende Ergebnisse erzielt worden.

Die von GlaxoSmithKline entwickelte Vakzine soll vor einer chronischen Infektion mit den beiden Humanen Papillomaviren Typ 16 und Typ 18 schützen. Diese Erreger gelten als Auslöser für etwa siebzig Prozent der Gebärmutterhalstumoren. In Deutschland erkranken daran jährlich bis zu siebentausend Frauen, weltweit ist diese Krebsart die zweithäufigste Ursache für Tumorsterblichkeit bei Frauen.

Wie die Leiterin der Studie, Diane Harper von der Dartmouth Medical School in Hanover (New Hampshire), in der Zeitschrift "Lancet" (Bd. 364, S.1757) berichtet, verhinderte der in drei Dosen verabreichte Impfstoff bei allen Probandinnen die Vermehrung der Papillomaviren, und nach 27 Monaten wurden in keinem Fall Gewebeveränderungen beobachtet, die auf Vorstadien des Tumors deuten.

Endgültig Klarheit über die Wirksamkeit sollen zwei längerfristige Studien mit zusammen etwa 28000 Probandinnen in mehr als einem Dutzend Ländern geben.



Text: jom., Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. November 2004
Bildmaterial: gms

 
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