16. April 2008 Schwere Störungen der geistigen Fähigkeiten beruhen offenbar häufiger als bislang angenommen auf einer Mangeldurchblutung des Gehirns.
Das zeigen eingehende Untersuchungen der Gruppe um Thomas Montine von der University of Washington an mehr als dreitausend verstorbenen Männern und Frauen, die zu Lebzeiten an einer Demenz gelitten hatten.
Unterversorgung mit Sauerstoff und Zucker
Nur bei gut der Hälfte fanden sie die für die Alzheimer charakteristischen Proteinablagerungen oder die für eine andere Demenz typischen Lewis-Körperchen im Gehirn. Jeder Dritte hatte keine krankhaften Proteinablagerungen.
Bei ihnen waren vor allem die kleinen Blutgefäße verengt, was zur Unterversorgung mit Sauerstoff und Zucker führte. Die Bekämpfung des Bluthochdrucks, der Zuckerkrankheit und anderer gefäßschädigender Leiden diene also auch der geistigen Gesundheit.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
