Die Verwertung wird zunehmend effizienter organisiert: ein Seziertisch

Leichenverwertung

Alles muss raus

Die Verwertung von Organen und Geweben Verstorbener ist ein expandierender Medizinsektor mit großem ökonomischen Potential. Doch er wirft auch viele Fragen über die richtigen Vorgehensweisen und die notwendigen rechtlichen Regelungen auf. Von Martina Keller

Lesermeinungen zum Beitrag

14. November 2008 08:25

Leichenverwertung - Alles muss raus

Karen Dreesbach (Faktotum)

Der Artikel ist beinhaltet alle gegenwärtigen Aspekte zum Thema Organ- und Gewebespende. Eine rechtlich abgesegnete "Verwertung" würde den illegalen Markt (hoffentlich) extrem einschraenken. Doch es ist erschreckend, was sich heute schon tut, ohne gesetzliche Grundlage und ohne Zustimmung des Verstorbenen oder der Angehörigen. Da das Kapital und die Geldgier stets die Oberhand behalten, wird sich in absehbarer Zeit die Verwertung immer mehr durchsetzen, mit der Nebenwirkung, dass auch ein paar Leben gerettet werden.

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13. November 2008 05:05

...warum nicht ??...

Manfred Sauer (Manni1000)

..."Soilent Green" war ein echt guter Film und hat mich so lange und nachhaltig beeinflusst, bis ich "Matrix (1)" sah....die Eingangssequenz noetigt mir immer noch Schauer ab.... Nichtsdestotrotz sollten wir uns nicht gegen eine Vermarktung von Toten wehren, denn egal ob aus kosmetischen oder medizinischen Gruenden: Dem Toten ist es wurscht was mit ihm geschieht, die LEBENDEN profitieren davon !! -- Welcher "Lebende", ob Vorstandsvorsitzender der mit der Ausschlachtung beauftragter Firma, oder das Kleinkind, das aufgrund der Organ-/Gewebespende ueberlebt ist hierbei unerheblich. Wenn beide was davon haben, umso besser. -- Noch besser ist, wenn die Angehoerigen auch was davon haben, man will ja nicht "umsonst" gestorben sein... !!

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10. November 2008 17:43

Nutzvieh

Frank Hausmann (FHausmann)

Die industrielle Verwertung toter Menschen klingt barbarisch. In einer nicht allzu fernen Zukunft könnte dies jedoch weit weniger Ekel hervorrufen. Es wäre eine Zeit, in der ein solcher Geschäftszweig auf ähnlich viel (beziehungsweise wenig) Abneigung treffen würde, wie die industrielle Haltung und Verwertung von Nutztieren bei uns heute. Doch wie muss sich der menschliche Geist und dessen Wahrnehmung verändern, um eine ganze Industrie zu dulden, die derart verachtenswert ist? Und wie weit müssen wir diesen Weg als Gesellschaft insgesamt bereits gegangen sein, um diese Machenschaften ganz real in einer anerkannten Tageszeitung lesen zu müssen. - Nicht als schockierende Science Fiction, sondern als gangbare Vision für die Zukunft.

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10. November 2008 12:04

Widerlich!

thomas ackermann (chefmixer)

Einigen dürfte der Film "Soilent Green - die, die überleben wollen" mit Charlton Heston noch in Erinnerung sein. Ein zukunftskritischer Film, in dessen Verlauf der Held der Handlung einem Leichen-Verwertungsystem auf die Schliche kommt, in dem - auch mangels natürlicher Nahrungsgrundlagen - Leichen, ja man muss dies so sagen, zu einer Art Keks mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen verarbeitet werden (Soilent Green oder Soilent Orange genannt). Vorgelagert sind Euthansiezentren, in denen sich ältere Menschen per aktiver Sterbehilfe (Gift) in den Tod befördern lassen. Offenkundig freiwillig - gleichwohl subtil unter Druck gesetzt durch staatliche Propaganda. Und auch Während des Naziregimes wurden zu Tode gekommene KZ-Häftlingen zu "Lampenfett", "Lampenschirme", usw. verarbeitet. Was dieser Beitrag beschreibt lässt ahnen, in welch unmenschliche Zukunft wir blicken - in denen der Tod nur noch mit Zahlen und Gegenwerten assoziiert wird und in denen Mediziner die in diesem Zusammenhang von "ebay" und "Märkten" sprechen nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Wer weiß, vielleicht können wir bald den Körper unserer Großmutter beleihen und hoffen, dass Sie bald stirbt, damit Sie noch genug abwirft.

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10. November 2008 10:38

Tolle Vorstellung

Jitzak Tanenbaum (tanenbaum)

Nach dem Tode als aufgespritzte Lippe in einer Klatschspalte landen. Einmal im "Leben" mit einem "Prominenten" geknutscht werden. Für Präparate wie Cymetra lohnt sich die altruistische Tat der Organ- und Gewebespende. Der Artikel hat mich sofort überzeugt. J.T.

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