25. Oktober 2004 Der aus frischen Zehen gepreßte Saft ist zur Behandlung von Wunden und Entzündungen geeignet, weil er das Wachstum von Bakterien hemmt, die gegen viele Antibiotika resistent geworden sind. Staphylokokken, Escherichia coli, Strepptokokken und Salmonellen werden durch Knoblauchsaft abgetötet.
Studien in Japan und China ergaben, daß Knoblauch das Risiko, an Magen-, Darm oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken, deutlich verringert, bei Ratten wurde zudem wesentlich seltener Brustkrebs festgestellt. Außerdem verbessert er Stoffwechselfunktionen und senkt den Cholesterolspiegel. Belegt ist auch der Nutzen bei Atherosklerose.
Versuchspersonen erhielten vier Jahre lang jeden Tag Knoblauchpulver. Die Plaquebildung in den Arterien nahm bei ihnen wesentlich langsamer zu als bei denjenigen, die nur Placebos bekamen. Bei einigen führte der Knoblauch sogar zu einer Rückbildung der Gefäßverengung.
Knoblauch senkt das Infarktrisiko. Für eine Studie bekamen 432 Herzinfarktpatienten jeden Tag entweder 0,1 Milligramm Knoblauchölextrakt oder Placebos verabreicht. Nach drei Jahren waren Blutdruck und Cholesterolspiegel in der Knoblauchgruppe deutlich niedriger als in der Placebogruppe, und die Knoblauchesser ereilte nur halb so oft ein zweiter Infarkt. Aber Knoblauch kann auch krank machen: Empfindliche Menschen vertragen seine Inhaltsstoffe nicht, der Magen rebelliert, und die blutdrucksenkende Wirkung kann katerähnliche Symptome hervorrufen.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.10.2004, Mr. 43 / Seite 72/73
Bildmaterial: F.A.Z.-Dieter Rüchel