
Oft habe ich gelesen, dass es unerhört ist was die eltern tun, unsere gesellschaft könne doch mit behinderten menschen leben und müsse diese auch tragen, und könne das auch.
ist das wirklich so... die toleranz mag vorhanden sein, davon abgesehen müssen wir uns aber mal vor augen halten, dass nicht die gesellschaft mit dem kind lebt nicht die gesellschaft es pflegt und tag und nacht sich um das kind kümern muss, dem kind zu essen geben es anziehen es waschen es zum spazieren mitnehmen und auch wieder ins bett bringen.
Ich denke nicht, dass die gesellschaft das macht sondern allein ihre eltern. habe selber mit behinderten menschen zusammengearbeitet und weiß wie anstrengend es physisch ist und dann kommen dann auch noch verletzungen aufgrund des ständigen liegens und kaum bewegens, welche durch zusätzliches gewicht verstärkt werden.
Natürlich tut mir das mädchen leid, aber man darf die eltern nicht vergessen, sie sind auf sich allein gestellt und keiner wird ihnen helfen, wie soll man alle geräte finanzieren können, die unsere gesellschaft hervorbringtwelche helfen könnten?
Natürlich darf dieses schicksal nicht als freibrief gelten und hier liegt das größte problem, was kommt nach ashley!?

wenn ich so mal drüber nachdenke... nicht nur dass dem armen mädchen menstruationsschmerzen und große brüste (hätte ich doch auch so liebe eltern gehabt!) erspart bleiben! sie, ihre gebärmutter und ihre nicht vorhandenen brüste sind auch noch zu medienstars geworden! was will man mehr?
entschuldigung, aber ich kann mit so etwas schlecht anders als sarkastisch umgehen. wo soll denn da die grenze sein? warum nicht diesem kind (und natürlich auch allen anderen kindern, für die die eltern das entscheiden) sein leben ganz ersparen? damit ist doch allen am besten geholfen! achso nein, dann hätten die eltern ja kein püppchen mehr, ich vergaß.
die weitere perversion ist wirklich dieser massive eingriff in ashleys privatleben. ich würde zumindest nicht wollen, dass die halbe welt sich über meine gebärmutter unterhält!
ich weiß, dass die pflege von personen mit schwerer behinderung sehr nervenaufreibend und anstrengend sein kann. ich möchte mir auch nicht anmaßen, das handeln von eltern behinderter kinder zu be- oder verurtelen, weil ich nicht in ihrer situation bin. aber es gibt bestimmte persönlichkeits- und menschenrechte. hier haben die eltern wohl hauptsächlich an ihre, nicht aber an ashleys gedacht.

ES IST DAS ERSTE MAL, DASS ICH DIE INIZIATIVE ERGREIFE UND EINEN BEITRAG KOMMENTIERE.
ICH BIN IM AUSLAND UND UM MICH AUF DEM LAUFENDEN ZU HALTEN, LESE ICH DIE FAZ.
ICH BIN ERSCHUETTERT UEBER DIE SKRUPELLOSIGKEIT UND ICH HABE TRAENEN IN DEN AUGEN WENN ICH DARAN DENKE, DASS DIES WIRKLICHKEIT IST.
ES IST UNVORSTELLBAR, DASS DIE ELTERN DER KLEINEN ASHLEY DIESE TORTUR NICHT NUR BEWILLIGTEN SONDERN SOGAR DEN ANSTOSS DAFUER GABEN.
MAL GANZ DAVON ABGESEHEN DAS DIE AERZTE DIESE OPERATIONEN DURCHGEFUEHRT HABEN.
DIE KLEINE DAZU ZU BENUTZEN UM SELBST GLUECKLICH(ER) ZU SEIN, IST WIEDERLICH.
DAS GANZE ERINNERT AN JEMANDEN, DER SICH EINEN KLEIN GEZUECHTETEN HUND KAUFT WEIL DER GROESSERE NICHT IN DIE WOHNUNG UND ZU IHREM LEBENSSTIL PASST.
ES IST UNVORSTELLBAR, DASS DIESE MENSCHEN MIT GUTEM GEWISSEN DURCHS LEBEN GEHEN UND NICHT SCHAMGEBEUGT, UEBER DAS WAS SIE DEM KIND ANTATEN.
ES IST MACHTLOSIGKEIT, DIE MICH WUETEND MACHT, MACHTLOS IN DEM SINNE, DASS ICH DIESEN ARTIKEL LESE UND DIESES SCHICKSAL MICH SO SEHR BERUEHRT UND VERAERGERT.
ODER BIN ICH ES DIE ZU EMPFINDLICH IST UND DIE GESELLSCHAFT(SPEZIELL IN DEN USA) DIE SO SEHR ABGESTUMPFT IST.

Was kommt als nächstes?
Jugendlichen Diabetikern werden gegen ihren Willen Magenbänder implantiert,
hyperaktiven Schülern Chemiecocktails verabreicht,
agile Altenheimbewohner mit Fußfesseln versehen...

Als in den USA lebender Vater eines aehnlich erkrankten Kindes erscheint mir die Darstellung in dieser Reportage doch sehr einseitig: Die Eltern eines derart entwicklungsverzoegerten Kindes sitzen leider zwischen allen Stuehlen. Auf der einen Seite muss man erfahren dass die Pflege fuer das Kind im Familienrahmen oft am liebevollsten, detailorientiertesten und individuellsten verlaufen kann. Weder in Deutschland noch in den USA wird einem aber als Familie adequate Hilfe geboten. Jedes zusaetzliche Kilo Koerpergewicht bedeutet eine koerperliche Mehrbelastung fuer die Pflegenden. Und ich denke, dass man nicht von den Eltern erwarten kann, dass sie neben immensen zeitlichen und finanenziellen Opfern die eigene Gesundheit immer weiter und immer mehr aufgeben.
Klingen die dargestellten Eingriffe die Ashley hatte sehr drastisch? Natuerlich tuen sie das! Aber wir sehen auch schon sorgenvoll den Tagen entgegen, wenn unser jetzt fast 20kg schwerer Sohn 25, 30 oder 35kg wiegt. Das was ihn am meisten zum Lachen bringt ist, in der Luft herumgewirbelt zu werden. Auf diese Vergnuegen muss er da leider immer mehr verzichten.

Durch die immer bessere Früherkennung von Behinderungen stellen sich Fälle wie die von Ashley als medizinische "Pannen" dar - sie werden immer seltener und wenn sie passieren, dann kann man das kaum akzeptieren. So wie Ashleys Eltern offenbar jetzt keinen Frieden mit der ihnen vorgegebenen Situation finden konnten. Der Tod und seine Fratzen gehören aber nun einmal mit zum Leben dazu. Medizinisch nicht gebotene Eingriffe - und ich nehme einmal an, diese hier vorgenommenen Eingriffe waren nicht notwendig - sollten aber lieber vermieden werden. Das gilt jedenfalls für Menschen, die darüber ganz offensichtlich nicht selbst entscheiden können. Aus meiner Sicht ist das, was die Eltern Ashley angetan haben, Körperverletzung, die nicht gerechtfertigt ist - auch wenn die Eltern juristisch wohl das fehlende Einverständnis Ashleys ersetzen konnten...

Bei medizinischen Behandlungen gibt es immer wieder ethische Fragen. Wieweit darf der Mensch eingreifen? Darf er das überhaupt? Oder muss er gar alles tun, was er tun kann?
Das Umgehen mit Schwerstbehinderten ist sicherlich eine der schwersten Aufgaben für eine Gesellschaft und eine einfache Antwort darauf, welche Behandlung erlaubt sein sollte und welche nicht ist m.E. nicht so einfach.
Möglicherweise geht es Ashley besser, wenn sie "infantilisiert" wird, möglicherweise auch nicht, ich maße mir darüber kein Urteil an, allerdings sollte man eine solche Behandlung nicht von vornherein verteufeln!