Stammzellen-Therapie

Diabetes-Patienten leben monatelang ohne Insulinspritze

12. April 2007 Die Behandlung mit körpereigenen Stammzellen hat jungen Patienten mit Diabetes Typ 1 so weit geholfen, dass sie im Durchschnitt schon seit 18 Monaten ohne Insulinspritzen auskommen.

Die an der Universität von Sao Paulo in Brasilien erprobte Therapie schlug bei 14 von 15 neu diagnostizierten Diabeteskranken auf Anhieb an. Nach wenigen Tagen kamen die Patienten im Alter zwischen 14 und 31 Jahren ohne ihre täglichen Insulingaben aus. Von einer Möglichkeit, Diabetes Typ 1 zu „heilen“, wollen die Wissenschaftler bisher allerdings nicht sprechen - zumal sich die Therapie nur bei Patienten eigne, bei denen erst kürzlich die Krankheit diagnostiziert wurde.

Stammzellen aus dem Rückenmark

Dennoch sind die in der Studie erzielten Fortschritte bemerkenswert. In einem der 14 erfolgreichen Fälle halte der Effekt der Stammzelleninfusion schon seit 35 Monaten an, berichtet das Team um Julio Voltarelli in „JAMA“ (Bd. 297, S. 1599), der Fachzeitschrift des amerikanischen Ärzteverbandes. Das brasilianische Team bediente sich bei der Prozedur der Stammzellen aus dem Rückenmark der Kranken.

Die erst kürzlich erfolgte Diabetes-Diagnose war Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war. In diesem Stadium der Erkrankung ist im allgemeinen noch ein Teil der insulinproduzierenden Betazellen im Körper erhalten. Diese werden im Verlauf der Krankheit durch das eigene Immunsystem zerstört, was dazu führt, dass sich der Patient mehrmals täglich Insulin spritzen muss. Nur so können die Betroffenen den sonst auf ein tödliches Niveau ansteigenden Blutzuckerspiegel kontrollieren.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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