07. Mai 2008 Patienten mit einem kleinzelligen Bronchialkarzinom profitieren nicht von einer Hochdosis-Chemotherapie. Eine höhere Konzentration an Zellgiften führt bei dieser Krankheit lediglich zu mehr Nebenwirkungen, nicht zu besseren Überlebenschancen. Sie verlängert auch nicht die Zeit bis zum ersten Rückfall.
Das hat jetzt eine europaweite Studie mit 140 Patienten unter der Leitung von Serge Leyvraz von der Universitätsklinik in Lausanne ergeben. Wie die Forscher in der Online-Ausgabe des Journal of the National Cancer Institute“ (doi:10.1093/jnci/djn088) berichten, gibt es beim kleinzelligen Bronchialkarzinom offensichtlich eine Grenze für die Wirkung einer Chemotherapie, die nicht durch höhere Dosen überwunden werden kann.
Standardtherapie ist verträglicher
Als Zellgifte wurden Ifosfamid, Carboplatin und Etoposid verwendet. Die Dosis war auf das Dreifache des Üblichen erhöht worden. Acht Prozent der Patienten starben an den Folgen der Therapie. Alle hatten massive Schwierigkeiten mit der Blutbildung, obwohl ihnen blutbildende Stammzellen verabreicht worden waren.
Die Standardtherapie war insgesamt verträglicher, verursachte aber auch schon erhebliche Nebenwirkungen. Leyvraz und seine Kollegen sehen in diesen Ergebnissen das endgültige Aus für die Hochdosis-Chemotherapie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom.
Text: F.A.Z.
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