Medizin

Verhütungspflaster erstmals auf dem deutschen Markt

Statt Pille: das neue Verhütungspflaster

Statt Pille: das neue Verhütungspflaster

12. August 2003 In Deutschland ist im August erstmals ein Verhütungspflaster auf den Markt gekommen. Das Pflaster sei genauso zuverlässig wie die Pille, aber schonender für die Organe und sicherer in der Anwendung, teilte der Arzneimittelhersteller Janssen-Cilag am Dienstag in Hamburg mit. Frauen können das dünne, 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Pflaster unter der Kleidung tragen. Es muß drei Wochen lang nach jeweils sieben Tagen gewechselt werden. Die vierte Woche bleibt pflasterfrei. Die Hormone Östrogen und Gestagen werden vom Pflaster kontinuierlich an die Haut abgegeben.

Nach Aussagen von Christian Albring, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Frauenärzte, ist das Verhütungspflaster durchaus eine gute Alternative zur Anti-Baby-Pille. „Die Dosis ist niedriger als bei der Mikropille“, sagte der Frauenarzt aus Hannover auf Anfrage der dpa. Bei der Pille gelangten die Hormone erst über den Stoffwechsel der Leber ans Ziel, beim Pflaster könnten sie direkt über die Haut aufgenommen werden. Die Nebenwirkungen seien identisch mit denen der Pille, nur wegen der niedrigeren Dosierung auch etwas vermindert. So müsse der Arzt vor der Verschreibung ebenfalls prüfen, ob die Frau ein erhöhtes Thromboserisiko hat.

Wenn die Gebrauchsanweisung beim Aufkleben beachtet werde, löse sich das Pflaster auch beim Schwimmen nicht ab, teilte der Hersteller mit. Weltweit nahmen nach Angaben des Unternehmens mehr als 3.300 Frauen an klinischen Studien teil. Weil der Magen-Darm-Trakt mit dem Pflaster umgangen werde, haben den Angaben zufolge Erbrechen oder Durchfall keinen Einfluß auf die Wirksamkeit. Eine Studie in Frankreich habe ergeben, daß etwa 25 Prozent aller ungeplanten Schwangerschaften auf eine vergessene Pilleneinnahme zurückzuführen sind.

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Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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