30. April 2008 Im Blut des amerikanischen Alligators (Alligator mississippiensis) haben Forscher der Louisiana State University in Baton Rouge kleine Proteine mit antimikrobieller Wirkung entdeckt. Die als Alligacin bezeichneten Stoffe vernichteten ein weites Spektrum von Viren, Bakterien und Pilzen, berichtete Lancia Darville unlängst auf der Jahrestagung der American Chemical Society in New Orleans.
Darunter waren der Aidserreger HIV, zahlreiche pathogene Bakterien sowie Hefepilze, die immunschwachen Patienten schwer zu schaffen machen können. Von besonderem Interesse dürfte die Beobachtung sein, dass das Alligacin auch gegen Bakterien wirkte, die wie die Methicillin-resistenten Staphylokokken von den meisten Antibiotika nicht mehr zu vernichten sind.
Alligatoren haben ein ausgefallenes Abwehrsystem
Inwieweit sich das Alligacin zur Bekämpfung von Infektionen beim Menschen eignet, müssen die Forscher erst noch untersuchen. Alligatoren haben ein ausgefallenes Abwehrsystem. Anders als der Mensch müssen die weißen Blutzellen dieser Raubtiere nicht erst lernen, einen Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen, sondern sie attackieren ihn sofort mit hoher Effizienz.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere deshalb so gute Abwehrkräfte entwickelt haben, weil sie sich in den harten Territorialkämpfen mit ihren Artgenossen oft erheblich verletzen und entsprechend leicht infizieren. Nun wollen die Forscher untersuchen, ob auch Krokodile Antibiotika in ihrem Blut haben.
Text: F.A.Z., bh
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