10. Oktober 2009 Rund 200 Jahre lang war es in den europäischen Musikmetropolen unvorstellbar, auf das Virtuosentum der Kastraten zu verzichten: von Männern also, denen in Früher Jugend das Geschlecht und damit Identität, seelisches Gleichgewicht und ein in geregelten Bahnen verlaufendes Leben geraubt wurden, damit aus den verstümmelten Knaben Musikinstrumente von nie gehörter Pracht geschaffen werden konnten.
Um sich heute eine Vorstellung von dieser Klangwelt zu verschaffen, müssen wir Interpreten in das musikalische Kleid von Kastraten schlüpfen lassen. So haben Countertenöre und Frauenstimmen das Repertoire dieser in Sopran- und Altlage singenden Künstler für sich entdeckt.
Wir stellen hier eine historische Hörprobe des letzten Kastraten, Alessandro Moreschi, vor und stellen ihr einige Beispiele aus einem aktuellen Album der Opernsängerin Cecilia Bartoli gegenüber, die einige Arien der Kastraten interpretiert.
Bildmaterial: Decca; Uli Weber