Herr Birbaumer begeht den Fehler vieler Wissenschaftler, ihre eigenen Forschungsansätze unkritisch überzubewerten.
Brain-Computer Interfaces mit Hilfe des realtime-fMRI sind sicherlich ein interessantes Forschungstool, jedoch wäre es unethisch, dies jetzt bereits als Therapieverfahren gegen Epilepsie, Alzheimer und Schlaganfall einzusetzen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es kein Allheilmittel gibt, auch nicht in Tübingen. Dies liegt u.a. daran, dass die Pathophysiologie dieser Erkrankungen trotz modernster Diagnostik immer noch unverstanden sind (was löst Alzheimer aus? was löst die Epilepsie aus? wie findet die kortikale Reorganisation nach Schlaganfall statt?).
Herr Birbaumer bleibt einem Wirksamkeitnachweis schuldig, den man heutzutage von allen neuen Therapiemethoden (angefangen von Steinauflegen, über kortikale Magnetstimulationen bis hin zur Gentherapie) fordert. Eine einzelne Studie zählt nicht. Erst wenn der Nachweis in anderen Labors reproduziert worden ist, kann man dem Ansatz eine Chance geben. Außerdem ist Herr Birbaumer doch etwas zu theatralisch, wenn er behauptet, wie wir von der Schulmedizin vergiftet werden. Man sollte ihn erinnern, dass ein MRT mit dem 60.000 fachen Erdmagnetfeld auch problematisch ist...
Es scheint, wie mit Brillengläsern zu sein. Obwohl es für die meisten Menschen bessere Behandlungsmöglichenkeiten gäbe, Nein, es wird einfach geblockt. Daß sich hier neue Möglichkeiten auftuen - welche ja garnicht so neu sind - geht wieder mal an der Schulmedinzin vorbei. Für was alles muß man als Privatperson noch Fürsorge treffen? Orson Wels zu lesen ist das eine, sich einstäuben zu lassen von der vorherrschenden "Gesundheitsmaschinerie" das andere. Die gewisse Enttäuschung über mangelnde Unterstützung der Krankenkassen seitens des Authors ist verständlich - Verwalter betonierter Bürotrakte.
Ein sehr interessanter Artikel. Es wäre sehr zu hoffen, daß die therapeutischen Entwicklungen in Bezug auf Schlaganfall und Alzheimer zügig fortschreiten und vor allem auch zur Anwendunge kommen. Das die Krankenkassen dieses in diesem Fall behindern ist nicht nachvollziehbar und verantwortungslos.
