15. November 2006 Menschen mit einem hohen Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken, profitieren dauerhaft von einer Umstellung der Lebensgewohnheiten. Der Erfolg hält noch Jahre über den Zeitraum der aktiven Beratungsphase hinweg an. Das wird durch die jüngsten Ergebnisse einer in Finnland vorgenommen Studie belegt. Mehrere hundert Patienten, bei denen eine gestörte Glukose-Toleranz auf eine beginnende Zuckerkrankheit hinwies, wurden in ein aufwendiges Beratungsprogramm einbezogen, das auf eine veränderte Lebensweise zielte. Zu den Maßnahmen zählten unter anderem eine gesündere Ernährung mit weniger Fett und mehr Ballaststoffen, die Verringerung des Körpergewichts sowie mindestens eine halbe Stunde Bewegung täglich.
Im Untersuchungszeitraum von durchschnittlich vier Jahren ging das mit einer Senkung des Erkrankungsrisikos um 58 Prozent einher, wie aus dem ersten, im Jahr 2001 veröffentlichten Bericht hervorgeht. Die finnischen Forscher um Jaana Lindström vom National Public Health Institute in Helsinki haben die Studienteilnehmer, die von Diabetes verschont geblieben waren, weitere drei Jahre lang beobachtet. Dabei zeigte sich, daß auch in dieser Phase, in der keine Beratung mehr erfolgte, das Erkrankungsrisiko deutlich, und zwar um 36 Prozent, vermindert war (Lancet, Bd. 368, S. 1634 u. 1673). Wie einer der Forscher hervorhebt, verheiße die Umstellung des Lebensstils in jedem Fall einen Vorteil, weil sie den Ausbruch der Zuckerkrankheit zumindest verzögern könne.
Text: R.W. / F.A.Z., 15.11.2006
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