26. Oktober 2005 Das wegen seiner Tödlichkeit gefürchtete Ebola-Virus, das vor Jahrzehnten im damaligen Zaire aufgetaucht war, breitet sich wie eine kontinuierliche Welle in Zentralafrika aus.
Das hat eine genetische Untersuchung ergeben, die Peter Walsh und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig vorgenommen haben (nachzulesen in Plos Biology, Bd. 3, Nr. 11, S. 1). Dem Virus, das hämorrhagisches Fieber auslöst und in achtzig Prozent der Erkrankungen zum Tod durch innere Blutungen führt, sind schon Hunderte Menschen sowie Zehntausende Gorillas und Schimpansen anheimgefallen.
Kontinuierliche Ausbreitung Richtung Gabun
Von Yambuku im heutigen Kongo hat sich die Seuche mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Jahr vor allem in Richtung Gabun ausgebreitet. Dabei ist sie keineswegs nur sporadisch aufgetreten. Wie die Leipziger Forscher berichten, hat sie bereits die größte Flachlandgorilla-Population Afrikas im Odzala-Nationalpark dahingerafft. Mit der Entwicklung eines Impfstoffes will man jetzt verhindern, daß Ebola wie berechnet in drei bis sechs Jahren die restlichen Gorilla-Reservate erreicht.
Text: jom / F.A.Z., 26.10.2005, Nr. 249 / Seite N1