31. Oktober 2005 Reiskörner könnten eines Tages zur Schluckimpfung gegen Heuschnupfen verwendet werden. Zu diesem Ergebnis sind japanische Biotechnologen und Mediziner bei Versuchen mit Mäusen gekommen. Allergische Beschwerden, wie sie etwa durch Pollen von Gräsern und Bäumen hervorgerufen werden, lassen sich oft durch eine zur Toleranz führende Immuntherapie lindern.
Hierzu erhält der Patient mehrere Injektionen jenes pflanzlichen Eiweißes, das die Symptome hervorruft. Anstelle des kompletten Eiweißes werden in jüngerer Zeit mitunter nur die wirksamen Teile des Moleküls, die sogenannten Epitope, verwendet.
Mehrere Injektionen
Auf dieser Grundlage beruht auch das Verfahren, über das Forscher um Fumio Takaiwa aus Tsukuba in den "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (Early Edition) berichten. Die Wissenschaftler statteten Reispflanzen mit zwei Genen der Sicheltanne (Cryptomeria japonica) aus. Der Blütenstaub dieser Bäume ist in Japan eine der Hauptursachen für Pollenallergien.
Die Gene für die Epitope der beiden Polleneiweiße führten dazu, daß die entsprechenden Molekülfragmente in den Samen der Reispflanzen gebildet wurden. Mäuse, die mit diesem Reis gefüttert wurden, reagierten deutlich weniger allergisch auf den Baumpollen als ihre Artgenossen. Reis als Schluckimpfung gegen Allergien wäre nach Überzeugung der Forscher leichter und sicherer anzuwenden als die bisherige Immuntherapie.
Text: F.A.Z., 01.11.2005, Nr. 254 / Seite 32
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