03. Juli 2009 Der mexikanische Schwanzlurch Axolotl (Ambystoma mexicanum) ist für seine Fähigkeit bekannt, verletzte Organe zu regenerieren: Nicht nur Gliedmaßen wachsen ihm nach, sondern sogar Teile des Gehirns. Bisher hatte man angenommen, dass bei der Regeneration Gewebe in pluripotente Stammzellen reprogrammiert wird und sich aus diesen Zellen anschließend die neuen Gewebe bilden.
Nun haben Forscher einer Dresdner Arbeitsgruppe um Elly Tanaka jedoch gezeigt, dass die verletzten Gewebe des Axolotl lediglich Vorläuferzellen mit beschränktem Entwicklungspotential produzieren. Diese Zellen sind zwar auch das Ergebnis einer Art Rückprogrammierung, behalten aber eine Erinnerung an ihre spezifische Funktion.
Zellen, die sich noch erinnern

Regeneriertes Glied eines Axolotl: Grün erscheinen die mit mit GFP (Green Fluorescent Protein) angefärbten Schwann Zellen, die sich um die Nervenzellen wickeln.
So produziert Hautgewebe bei der Regeneration zwar auch Knorpel und Sehnen, aber keine Muskelzellen. Während Muskelzellen wiederum exklusiv auf die Bildung von Muskelzellen eingeschränkt sind. Für die medizinische Forschung sei gerade dieser Umstand von Bedeutung, dass die entsprechenden Zellen nicht komplett bis zu pluripotenten Zellen zurückprogrammiert werden müssen.
Das Forscherteam konnte erstmals ein fluoreszierendes Protein in das Erbgut des Axolotls einbringen und so das Schicksal einzelner Zellen und Gewebe nachverfolgen. In weiteren Studien wollen die Forscher die verschiedenen für die Regeneration wichtigen Gene untersuchen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, TU-Dresden