24. Juli 2008 Der erste Teil des Codex Sinaiticus, älteste Bibel der Welt und bedeutendste überlieferte Bibelhandschrift, wird heute unter der Adresse www.codex-sinaiticus.net online zugänglich. Es ist dies der erste Schritt auf dem Weg, die an vier verschiedenen Orten aufbewahrten Teile dieser Handschrift in einer Internetpräsentation zusammenzuführen. Dieses Projekt der British Library, des Katharinenklosters auf dem Sinai, der Universitätsbibliothek Leipzig und der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg soll im Sommer 2009 verwirklicht sein.
Der griechische Text des Codex Sinaiticus entstand in der Mitte des 4. Jahrhunderts, etwa zur Zeit von Konstantin dem Großen. Er umfasste ursprünglich Altes und Neues Testament und einige apokryphe Schriften. Etwa die Hälfte des Alten Testaments ist nicht erhalten. Den Abschluss der überlieferten Teile bilden zwei frühe christliche Texte, ein Brief des Apostel Barnabas und Der Schäfer von Hermas.
Zerstreute Fragmente virtuell vereint
Die nun freigeschaltenen Seiten enthalten alle 43 Blätter aus dem Besitz der Leipziger Universitätsbibliothek: Diese Blätter gelangten 1843 nach ihrer Entdeckung durch Konstantin von Tischendorf nach Leipzig. Die Identifizierung der Blätter aus dem Katharinenkloster als Teile einer sehr frühen Bibel war auch der Beginn der Fragmentierung dieser Handschrift. Diese Zerstreuung des Bestands komme nun, so der Direktor des Leipziger Universitätsbibliothek Ulrich Johannes Schneider, durch die virtuelle Zusammenführung an ein Ende.
Die Präsentation gibt hoch aufgelöste Fotografien jeder Seite und eine vollständige Transkription des griechischen Texts. Ausgewählte Stellen und Abschnitte werden auch in deutschen und englischen Übersetzungen zugänglich gemacht.
Bildmaterial: Universitätsbibliothek Leipzig