Mit Deutschlands “Elite“ soll es aufwärts gehen

Grundlagenforschung

Das ungelöste Max-Planck-Problem

Vorwärts zu Harnack: Noch liegen die angelsachsischen Universitäten gegenüber den deutschen klar im Vorteil. Mit diesem Artikel appellieren neun renommierte Naturwissenschaftler für eine Neuorientierung der deutschen Grundlagenforschung.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Januar 2008 11:33

Der Deutsche Trägheit gegenüber Bildung

Gunnar Schurich (GSchurich)

Sehr geehrte Leser

Die Etymologie der Begriffe Elite und Excellenz scheint in Deutschland nicht ausreichend bekannt zu sein. Möglicherweise hinterfragen wir deshalb kaum die Attribute von Objekten. Wir fragen nicht, wie ein Fußballspiel lief, sondern wie es ausging. Wir fragen nicht, was uns ein Bewerber um einen Arbeitsplatz bringen kann, sondern wie seine Zeugnisnoten sind.

Wenn Sie sich einmal die Kommentare zum Ranking der Shanghai Universität anschauen, fällt Ihnen möglicherweise auf, dass es beinahe ein rein deutsches Phänomen ist, einen Platz 51 mit einem relativen Scoring Wert (2006) von 31,5% der Münchener Universität genau diese als Elite – Universität bezeichnet wird. Im Nachbarland Schweiz analysiert man in der Öffentlichkeit die Veränderungen im Ranking.

Die hiesigen Medien haben es noch nicht einmal für nötig gehalten, die Bewertungsmethodik des Rankings der Shanghai Universität dar zu stellen (nach zu lesen unter: http://ed.sjtu.edu.cn/rank/2006/ARWU2006Methodology.htm). Und hätte eine deutsche Uni einen vorderen Platz belegt, hätte es „Wir sind Elite“ im Blätterwald geheißen. Hochbegabte Kinder und Schüler oder Generalisten halten wir immer noch für „bekloppt“. Professoren bestimmen Humankapital zum Unwor

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10. Januar 2008 01:26

Rote Ideologie

Nicolas Katte (N123456789)

Den Schuldigen an einer Situation erkennt man meist doch daran, daß er auch der größte Nutznießer derselben ist.
Also, wer trägt die Verantwortung für diese Bedinungen?
Wem nutzt weniger Bildung? Schlechtere Forschung? Weniger Impulse und Innovationen für die Wirtschaft? Keine Eliten?
Wer profitiert denn von einem niedrigen Bildungsstandard, von schlechter Konjunktur und einem gleichgemachten, veramten und verdummten Volk?
Konservative?
Liberale?

Wohl eher nicht...

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09. Januar 2008 23:49

MPG nicht im Sinne Humboldts

Manfred Hampe (manfred.hampe)

Die Schöpfer der KWG/MPG haben Wilhelm von Humboldt vergessen. Keine Lehre ohne Forschung, aber auch keine Forschung ohne Lehre; von Humboldt's Originalton 1810: "Sicherlich könnte man daher die Erweiterung der Wissenschaften den blossen Universitäten, wenn diese nur gehörig angeordnet wären, anvertrauen, und zu diesem Endzweck der Akademien entrathen." Unsere amerikanischen Freunde haben von Humboldt ernstgenommen. Wir leider nicht.

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09. Januar 2008 19:15

MPG schwer zugaenglich

Anna Herbst (BosDrs)

Ich stimme den Autoren dieses Artikels zu, auch aufgrund meiner eigenen Geschichte. Vor fuenf Jahren wollte ich gern aus dem Ausland nach Deutschland zurueckkehren. Ich hatte einen Master Abschluss, war 22 Jahre alt, hochmotiviert und wollte gern an einem MPI promovieren, dessen Profil meiner Ausbildung und meinen Interessen nahestand.
Zunaechst war es tricky, ueberhaupt eine Stellenausschreibung fuer Doktoranden zu finden. In den USA ist der Bewerbungsprozess ungleich transparenter.
Dann fand ich eine interessante Ausschreibung, bewarb mich, wurde zum Gespraech eingeladen. Was dann im Gespraech folgte war unglaublich: Der Wissenschaftler, bei dem ich mich bewarb, sagte mir unter vier Augen woertlich: "Alleinstehende Frauen mit Kinder werden bei uns aber nicht fertig. Und Chorleiterinnen auch nicht."
Ich habe keine Kinder, und hatte in meinem CV, dass ich in der Freizeit singe.
Zwei Monate nach dem Gespraech hat er mir ein halbwarmes Angebot geschickt. Quotenzwang? Inzwischen habe ich woanders (in den USA) promoviert.
Fuers eigene Betriebsklima wuensche ich dem MPG erhoehte Transparenz in allen Bewerbungsschritten. Von einigen Leuten habe ich gehoert, dass es derzeit bei MPG Bewerbungen mehr um Beziehungen geht als gut ist.

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09. Januar 2008 17:23

MPG-Problem

Harald Guder (haraldgu)

Über das Problem muß wirklich nachgedacht werden, aber nicht nur das, sondern auch etwas geschehen. Ideologische Ergüsse helfen da allerdings auch nicht weiter.
Aber leider sind wir in Deutschland ganz offensichtlich reformunfähig.

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09. Januar 2008 16:14

Eliteunis mit MPG fusionieren

Zeit Kommi (zeitkommi)

Warum nicht die bisherigen Eliteunis mit der MPG fusionieren? Zusammen mit rigorosen Auswahlverfahren für Studenten (wie in den USA) würde man so an die Weltspitze anschließen können. Generell sollte man darüber nachdenken, schlechte Unis auch ganz dich zu machen und die finanziellen Mittel auf die Eliteunis zu konzentrieren. Welche man dicht machen könnte? Ganz einfach, siehe z. B. hier:

http://www.wissenschaftsrat.de/pilot-chemie.html

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09. Januar 2008 13:39

Ein hervorrangender Vorschlag

Marcus Kaiser (ausgewandert)

Die Schaffung eines deutschen 'HHMI' wäre in der Tat eine exzellente Möglichkeit mehrere Probleme des Systems zu beheben. Neben der Aufwertung der Universitäten scheint auch der wissenschaftliche Erfolg dieser Institution (unter den 300 HHMI Fellows befinden sich 11 Nobelpreisträger) ein gutes Argument.

Neben dem US-Modell wäre auch das britische Modell der an Universitäten angesiedelten MRC (Medical Research Council) Units interessant.

Ich hatte vor zwei Jahren einen ähnlichen Vorschlag (http://www.biological-networks.org/Einstein-Fellows.pdf ) wobei aber, laut Hinweisen aus dem BMBF, die Bund-Länder-Zuständigkeit ein Problem einer zentralen Institution wäre.

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09. Januar 2008 13:12

Die Dekandenz der Deutschen Wissenschaft ist politisch gewollt.

Michael Menzel (Galenos)

Eine pervertierte, sozialistische Grundhaltung, die aus rein ideologischen Gründen jeglichen Ansatz von Elitenbildung erstickt ist der Grund für die verheerende Bilanz unserer Universitäten.

Man sieht ja, daß nur da, wo der Staat nicht hineinpfuscht, nämlich in die MPI's, gute Ergebnisse erzielt werden.

Deutschland hat sich "erfolgreich" in eine Diaspora der Natur- und Geisteswissenschaften entwickelt. Geblieben ist nur noch die Legende von dem einstig gelobten Land und der Quelle des absoluten Höchststandes von "Hightech". Das war einmal - vor den Nazis - und ein bißchen Neuansatz nach dem Krieg. Aber dann kamen die großen Gleichmacher; alle sollen gleich wenig haben - gleich wenig an Wohlstand und gleich wenig an Bildung!

Man braucht sich nicht zu wundern, daß dieses Land grotesk unatraktiv geworden ist für die klügsten Köpfe der Welt.

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