Von Michael Siebler
09. Januar 2006 Die Naturkunde von Plinius dem Älteren (um 23 bis 79 nach Christus) ist unsere wichtigste Quelle für die Farben, die in der Antike verwendet wurden.
Das beliebteste Rot war der Naturzinnober. Häufig verwendet wurde aber auch der Hämatit, der zudem rotblau oder rot-braun-silbrig sein konnte, die Farbkraft des Zinnobers aber nicht erreichte. Ocker lieferte gelbe oder gelbbraune Töne. Azurit wies als Naturpigment verschiedene Farbnuancen auf, die von Ultramarin und Kobaltblau bis zum Türkis reichten. Grün gewann man aus dem Malachit. Da Malachit ein Zerfallsprodukt des Azurits ist, kann es sich bei einer heute grünen Farbschicht um eine ehemals blaue handeln.
Farben aus Arsen
Leuchtendes Gelb und Orange wurden aus hochgiftigen Arsenverbindungen gewonnen, die als weiches Mineral in anatolischen Minen abgebaut wurden. Schwarz erhielt man durch Auffangen des Rußes von verbranntem Bein. Das bläuliche Beinschwarz diente vor allem als Untermalung, um mit darüber angelegten Farbschichten malerische Effekte zu erreichen.
Seit dem 5. Jh. v. Chr. mischte man weiße Pigmente mit organischen Farbstoffen, wodurch sich die Farbpalette
schlagartig erweitern ließ. Häufig verwendete man dafür die Krappwurzel, die - ausgekocht - einen purpurroten Ton hat und sich mit Weiß trefflich für Hautfarben eignete.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung