13. Februar 2006 Um 8.30 Uhr am zweiten Weihnachtstag 2004 wurden die Grundrißpläne von Banda Aceh zu Makulatur. Zu diesem Zeitpunkt erreichte ein Tsunami aus dem Indischen Ozean die Stadt an der Nordspitze Sumatras. Die Zeiger der Uhr an der Raya Beliturrahman Moschee blieben stehen, als die Flut zuschlug, die Moschee selbst glücklicherweise auch. Die Häuser ringsum wurden zerschmettert und in Einzelteilen kilometerweit fortgespült.
Wenig später hieb die Riesenwelle auf weitere Länder wie Thailand, Sri Lanka und Indien ein. Noch in Ostafrika richtete sie Unheil an. Insgesamt starben rund 200 000 Menschen. Im Indischen Ozean sind Tsunamis eine Seltenheit, was einen deutlichen Überraschungseffekt bewirkte. Häufiger sind sie im Pazifik, nicht ohne Grund stammt ihr Name aus dem Japanischen (Große Hafenwelle).
Einzige Rettung: Ein funktionierendes Warnsystem
Tsunamis entstehen im Gegensatz zu normalen Wellen nicht durch Wind, sondern durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Auf offenem Meer sind sie mit wenigen Dezimetern ausgesprochen flach, mit mehreren Kilometern aber sehr lang. Auf Schiffen bemerkt man sie kaum. Erreicht ein Tsunami Küstennähe und damit niedrigere Gewässer, wird er gestaucht und türmt sich auf. Höhen von über 30 Meter sind dann keine Seltenheit.
Im Pazifik existiert schon lange ein Tsunami-Warnsystem. Jetzt wird unter deutscher Beteiligung auch im Indischen Ozean eines installiert. Erst vor kurzem setzte das Forschungsschiff Sonne die ersten Bojen und Druckpegelmeßgeräte aus. Spätestens in drei Jahren soll das System vor Flutwellen warnen.
Text: F.A.S. vom 12.2.2006
Bildmaterial: Satellitenfoto: University of Maryland, Global Landcover Facility (GLCF) / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)