
wurde von Studienabbrechern gegründet und wie wir alle wissen erfolgreich geführt. Des weiteren halte ich die Strukturen an deutschen Universitäten für überholt. Innovationen entstehen, wenn der Kreativität der notwendige Raum geschaffen wird. Es ist m.E. egal ob dies an der Hochschule, dem Max-Planck-Institut oder in einem Industriebetrieb geschieht (hier belebt Konkurrenz das Geschäft). Ich glaube auch, dass zu viel Wissen, dem kreativen Prozess nicht unbedingt förderlich ist, da ja häufig gängige Dogmen und Glaubensgrundsätze überwunden werden müssen.

Immer nur diese schröcklich materiellen Ansprüche.
Muss es denn immer Luxus sein, nach dem wir streben?
Und wer legt eigentlich fest, dass Deutschland durch die Leistungen der Naturwissenschaftler Exportweltmeister wurde?
Warum wird die Arbeit eines Ingenieurs höher geschätzt als die Leistung der Gleichstellungsbeauftragtin?
Nein, mir scheint, dass Burkhard Rauhut die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.
Es sind die Geisteswissenschaften, die uns zum Exportweltmeister gemacht haben, die uns den Wohlstand uns sozialen Frieden sichern.
Begründungen kann ich mir sparen.
Die lieferte die FAZ selbst, am 19.06.06 „Alle Bücher stehen still“ von Mirjam Schaub.
Kann jeder lesen – und lachen!
Guckts Du hier:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ECDCE013A90274517AC046CA2F25A084E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Das durch die Reformen in Zuge des Bolongna Prozesses die Universitäten weiter degenerieren steht außer Frage. Aber obwohl die Richtung schon früh bekannt war, haben die Unis dagegen noch nicht einmal protestiert, geschweige denn sich rechtzeitig gewehrt.
Ich kann auch gut verstehen, daß Deutsche keine Lust mehr auf eine Promotion haben. Ein Doktorand ist seinem Professor bedingungslos ausgeliefert, hat häufig regelrecht Frondienst zu leisten, und ob er promoviert wird, weiß er erst, wenn er es nach vielen Jahren vielleicht geschafft hat. Ich kenne genug Leute, die sehr fähig waren, und die die Promotion aufgrund zu vieler Probleme geschmissen haben, oder deren Vorhaben einfach versandet sind. Gerade Leute mit eigenen Ideen oder Querdenker, die wir angeblich so dringend brauchen, haben es besonders schwierig. Ein Problem ist dabei auch, daß es mittlerweile zu viele Professoren gibt, die mit solchen Doktoranden überfordert sind und für die nur Anpassung zählt.

"Freuet Euch jetzt schon auf den Arzt oder Zahnarzt light. Noch gehören unsere Absolventen zu den Hochqualifizierten. Bolgona wird das abschaffen."
Nun, ich habe das Gefuehl, dass Light-Aerzte, wie die meisten Lightprodukte der Gesundheit eher zutraeglich sind. Denn das wenn man im deutschen Medizinstudium den Anteil der ueberfluessigen Traditionalismen streicht und zielgerichtet und praxisorientiert ausbilded, kann man sicherlich in der Haelfte der Zeit qualifiziertere Mediziner ausbilden. Viel Haeufiger als irgendwo sonst habe ich den Eindruck, dass in Deutschland Mediziner fast ausschliesslich ihre "Lieblingskrankeiten" diagnostizieren und ungewoehnlichere Krankheiten falsch behandelt werden. Mir scheint, dass die Trefferquote an Diagnosen vielfach besser waere, wenn ich meine Symptome in eine Computerdatenbank eintippe.
Wofuer 90% der deutschen Aerzte einen Dr.-Title erhalten, habe ich sowieso nie verstanden. Die Arbeit, die die meisten in den Unilabors verrichten duerfen gleicht eher der eines MTA, als tatsaechlicher Forschungsarbeit.

Die Benachteiligung der Naturwissenschaften fängt schon in der Schule an. Sprachen bekommen immer größeres Gewicht, während Naturwissenschaften auf der Strecke bleiben. Oft ist das Niveau der Sprachen so hoch, dass naturwissenschaftlich begabte Schüler hier in echte Probleme geraten. Da die Benotung bei Naturwissenschaften zudem noch viel strenger und der stoff schwerer ist, machen viele Schüler ihr Abitur lieber in deutsch und Pädagogik. gute Nacht Deutschland!!

Und wo liegt das Problem ausländische Forscher an unseren Unis zu haben? Man muss es ihnen danach nur schmackhaft machen ihr Wissen hier zu verwerten. Da ist einerseits die Politik gefragt (Aufenthaltserlaubnis, Rechte etc) andererseits muss die Wirtschaft generell konkurrenzfähige Angebote machen, dann kriegen sie auch genug Forscher.
Zum Vergleich schaue man an die naturwissenschaftlichen Zweige der amerikanischen (Elite-)Unis. Dort forschen auch sehr hohe Anteile ausländischer Mitabeiter oder Kinder der 2. Zuwanderergeneration. Und die USA lebt damit/dadurch wohl ganz gut.

sind zwar weltweit renommiert, allerdings "rechnen sie"
sich in der freien Wirtschaft nur in Unternehmen, die auf
langfristige Wachstumsperspektiven setzen.
Wer dagegen, wie Teile unserer selbsternannten Elite,
nur einen geistigen Horizont bis zum nächsten Quartals-
abschluss hat, kann mit solchen Universitätsabsolventen
in der Tat nichts anfangen.
Warum man in Deutschland sogar zu faul war, den Titel
des Bachelors (also in der alten Terminologie Vordiplom)
in die Landessprache zu überführen, hängt wohl auch mit
der hierzulande herrschenden Vorliebe für vernebelnde
englische Begriffe zusammen.
Damit soll offenbar verschleiert werden, dass nicht nur
alter Wein in neuen Schläuchen serviert wird, sondern
auch noch Qualität und Gehalt bei der Umetikettierung
gelitten haben. Ein Vordiplom ist eben kein Diplom und
ein FH-Abschluss ist anders als ein Universitätsdiplom,
auch wenn die Fachhochschulen sich mit der Phantasie-
bezeichnung "University of Applied Sciences" vorsätzlich
irreführend wie Universitäten nennen.
Die ersten Forderungen kamen schon, man möchte nach
dem Bachelor (also FH-Vordiplom) sofort promovieren.
DER Titel muss also schon sein, nur nichts dafür leisten .

Schliesslich leben wir im Zeitalter der Globalisierung.
Wenn ein Unternehmen nun ausschliesslich Bachelor-Absolventen (von dt. Hochschulen) einstellt, dann ist es doch selbst schuld, oder?
Die Rekrutierung von Arbeitskräften in Hochschule und Unternehmen folgt doch einem einfachen Prinzip: Bieten Sie die besten Bedingungen der Welt, und schon kriegen Sie die besten Leute! So einfach ist das. Die Nationalität eines Studenten oder Mitarbeiters sollte doch heutzutage wirklich nebensächlich sein.
Grüße,
Thomas

Man mag über den Qualitätsvergleich zwischen der bisherigen, wissenschaftlichen Universitätsausbildung und dem international "standardisierten" Bachelor-Master-System streiten. Unzweifelhaft ist jedoch, dass es ein deutscher Ingenieur trotz sehr guter Ausbildung im Moment sehr schwer hat, in einem anderen Land der Welt eine Anstellung zu finden, weil die Abschlüsse eben nicht vergleichbar sind.
Zudem halte ich es für zweifelhaft, ob jeder, der z.B. den Beruf "Bauingenieur" ausüben will (z.B. als Tragwerksplaner, Bauleiter usw.) wirklich einen "wissenschaftlichen" Universitätsabschluss braucht. O.K., auch wir haben Fachhochschulen, aber dieses getrennte (nicht duale!) System führt dazu, dass ein guter FH-Absolvent notfalls nochmal ein komplettes Unistudium absolvieren muss, abzüglich 2 oder 3 Semester für sein Vorwissen. da ist ein Stufenprogramm m.E. wesentlich besser, denn gerade unsere Uniprofessoren haben von der Praxis doch wirklich keine Ahnung!

In unserer Konsequenz, Deutschland auf Mittelmaß zurückzufahren, ist die Einführung vom Bachelor/Master-System ja fast ein zwingender Schritt. Warum wir das tun und wem wir damit nützten wollen, weiß ich nicht. Diese Antwort musste ich auch einem Amerikaner schuldig bleiben, der mich fragte, warum wir nun Masters ausbilden, wo deutsche Diplom-Ingenieure doch weltweit so gefragt sind.

Und einmal mehr wird ein hochwertiger, fundierter und weltweit anerkannter Standard "made in Germany" auf dem Altar der Globalisierung geopfert um sich denen anzupassen, die es selbst nicht besser können. Ein Master
wird nie den Stand des "alten" Diploms erreichen (können),
abgesehend davon, daß es ersteren schon immer auch bei uns gegeben hat, hieß nur anders, nämlich FH- Abschluß!
Wer sich mal im ach so tollen Amerika umgehört hat wird
von nahezu allen Wissenschaftlern - außer vielleicht den Wirtschaftswissenschaften, bei denen ja schon die Feststellung daß ein höherer Gewinn mit einem höheren Risiko korrellieren muß mit dem Nobell- Preis ausgezeichnet wird - die Aussage bestätigt bekommen, daß gerade die Amerikaner selbst für diese Tätigkeiten rein gar nichts taugen und händeringend nach Europäern und Asiaten gesucht wird, warum wohl ???

Die deutsche Wirtschaft geht überall hin (sehr gern und viel zu oft auch außerhalb Deutschlands) wo sich Geld leicht und schnell verdienen lässt.
Nun stört sich eben diese die deutsche Wirtschaft also an was genau nochmal ?
Das die geistige Elite Deutschland verläßt um exakt dort gut zu leben, gut zu forschen und gut Geld zu verdienen wo sich ihre Vorstellungen davon am leichtesten und schnellsten umsetzen lassen ?
Mal hergehorcht ihr Nadelstreifenhörnchen:
Wenn sie das nicht täten, wären sie wohl kaum die geistige Elite.

Das erinnert mich an die Antwort vom Princeton-Gründer Abraham Flexner, wem sein Institut am meisten zu verdanken habe: "Adolf Hitler"!
Heute treiben wir wieder unser besten Kräfte, wie
Forscher, Techniker und Selbständige, ins Ausland. Wir haben in Deutschland ein naturwissenschaftlichfeindliches Forschungs- und Entwicklungsklima. Aber wahrscheinlich werden wir in Zukunft unser Geld mit internationalen Rechtsstreitigkeiten und Steuervermeidungsstrategien verdienen, Rechtsanwälte und Finanzfachleute bilden wir ja genug aus. Dummerweise entwickeln die keine eigenständigen Produkte und Dienstleistungen.
Was die Politik auch nicht begreifen will, ist die Tatsache, daß die meisten Neuerungen nicht von Großkonzernen sondern von den vielen kleinen und mittelständischen Betrieben geleistet werden. Diese sorgen für das Wirtschaftswachstum, den technischen Fortschritt und dafür, daß wir Exportweltmeister sind. Aber anstatt diese zu entlasten, werden ihnen immer neue Abgaben und Aufgaben aufgedrückt.
Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und diese konsequent ausbauen. Es müssen die Forscher, Entwickler und Risikobereiten unterstützt werden, nicht die Parasiten.