09. Februar 2003 Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids gibt es neue Hoffnung, das auslösende Virus mit einem Gel abzutöten. Wie die britische Fachzeitschrift Nature Medicine berichtete, haben Forscher in Tierversuchen herausgefunden, dass eine Creme mit einem bestimmten menschlichen Antikörper das gefährliche HI-Virus bis zu zwei Sunden lang unschädlich machen kann.
John P. Moore und seine Kollegen von der Abteilung für Mikrobiologie der Cornell-Universität schützten zwölf Rhesusaffen mit einer Salz- oder Gellösung im Genitalbereich. Anschließend führten sie das Virus in die Vagina ein. Nur drei der zwölf Affen wurden infiziert. Bei Rhesusaffen, die statt des Mikrobizids eine wirkungslose Substanz erhalten hatten, wurden dagegen zwölf von 13 Affen HIV-positiv. In geringerer Dosierung war der HIV-Antikörper ebenfalls weniger effizient. Virenhemmer können dazu beitragen, die sexuelle Übertragung von HIV-1 auf den Menschen zu verhindern, schrieben die Mikrobiologen in dem Bericht.
Praktische Anwendung noch nicht in Sicht
Da es bisher noch keine Impfung gegen Aids gibt, sei die Entwicklung vorbeugender Maßnahmen besonders wichtig, betonen die Forscher. Die Substanz könne zum Beispiel ähnlich wie spermienvernichtende Cremes oder Zäpfchen angewendet werden. Da die Herstellung des Mikrobizids jedoch sehr teuer ist und seine Wirksamkeit noch weiter getestet werden muss, ist eine praktische Anwendung bislang noch nicht in Sicht, sagt Moore.
Frühere Versuche, ein derartiges Gel zu entwickeln, waren stets gescheitert. Bei einer Versuchsreihe mit einem virushemmenden Wirkstoff hatten sich Prostituierte in Afrika und Thailand sogar häufiger angesteckt, weil das Gel ihre Schleimhäute verletzt und damit das Infektionsrisiko erhöht hatte.
Text: @kate