28. September 2005 Der vierte Sachstandsbericht des zwischenstaatlichen Wissenschaftlerbeirats IPCC zum Klimawandel soll zwar erst in zwei Jahren erscheinen, doch schon jetzt sind erste Ergebnisse der Klimamodellierung bekannt geworden, die eine weitere Zuspitzung der klimapolitischen Debatten vermuten lassen.
Das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie hat seine neuen Simulationen mit räumlich höher aufgelösten Ozean-Atmosphären-Modellen vorgestellt.
Vier Grad wärmer
Mit dem 10-Millionen-Euro-Projekt waren 50 Wissenschafler zwei Jahre lang beschäftigt. Unter realistischen sozioökonomischen Annahmen, die eine weitere deutliche Steigerung der Treibhausgasemissionen beinhalten, sei mit einer Erwärmung um durchschnittlich vier Grad bis zum Jahr 2100 zu rechnen. Damit liegt man in dem Bereich der Spanne von 1,5 bis 5,8 Grad, die im jüngsten IPCC-Bericht angegeben wird. Interessanter aber als der Mittelwert ist der Vergleich am unteren Ende der Szenarienrechnungen: Selbst unter den günstigsten sozioökonomischen Annahmen, so die Gruppe um Erich Roeckner, müsse mit einer schnelleren weltweiten Erwärmung als bisher gedacht, nämlich um mindestens 2,5 Grad (bezogen auf den Mittelwert 1961 bis 1990) bis 2100 gerechnet werden.
Besonders betroffen seien die Arktis und Trockengebiete am Mittelmeer, in Australien und Südafrika. Im nördlichen und mittleren Europa müsse im Winter mit stärkeren Stürmen gerechnet werden, im Süden werde es sommers trockener. Starkregenfälle und Hitzetage häufen sich; Frosttage dagegen werden seltener.
Text: F.A.Z. vom 29.9.2005
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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