Reaktionen zum Eröffnungsspiel

„Drei Punkte, vier Tore: Das ist okay“

09. Juni 2006 Reaktionen zum 4:2 im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica:

Jürgen Klinsmann (Bundestrainer): „Wir sind froh, daß wir den ersten Dreier haben. Das Spiel war mit sechs Toren ein toller Auftakt für eine Fußball-WM. Natürlich hätten wir gerne zu Null gespielt, aber ein bißchen Nervosität war schon dabei.“

Philipp Lahm: „Das war nicht zu 100 Prozent perfekt. Aber ich glaube, damit kann man im Eröffnungsspiel leben. Wir haben vier Tore gemacht. Das ist wichtig. Nur ist es klar, wir dürfen nicht mehr so viele Tore kassieren. Wenn ich es wüßte, wie man so ein Tor erzielt, würde ich das in jedem Spiel machen. Dazu gehört auch ein bißchen Glück dazu.“

Michael Ballack: „Für mich war es natürlich schade und enttäuschend, daß ich nicht dabei war. Ich hätte gerne mitgespielt.“

Alexander Guimaraes (Trainer Costa Rica): „In diesem Spiel wurde deutlich, wo wir Schaden beim Gegner anrichten konnten und wo wir in der Abwehr aufpassen mußten.“

Miroslav Klose: „So ungefähr habe ich mir den Tag vorgestellt. Es war schwer, aber wir sind froh, daß wir gewonnen haben. Die Probleme haben wir uns selbst zuzuschreiben, weil wir vieles aus dem Stand machen wollten. Wir müssen bei Ballverlusten schneller umschalten.“

Bernd Schneider: „Wir wissen, daß wir noch arbeiten müssen. Das Resultat ist mit Sicherheit wichtiger. Wir wollten unbedingt Druck entwickeln, die haben dann eine chinesische Mauer aufgebaut. Wenn acht, neun Spieler vor einem aufgebaut sind ist klar, daß das Tempo nicht mehr zu hoch ist.“

Boris Becker: „Hauptsache gewonnen. Zwei Tore gegen uns - das ist deutlich zu viel. In der Abwehr müssen wir uns deutlich steigern.“

Lothar Matthäus: „Sicherheit kann das Spiel nicht geben. Es sind Gegentreffer gegen eine zweitklassige Mannschaft gefallen, die dürfen nicht passieren. Gegen einen stärkeren Gegner werden wir dafür bestraft.“

Stefan Effenberg: „Drei Punkte, vier Tore: Das ist okay - nicht mehr, nicht weniger.“

Otto Rehhagel (Nationaltrainer Griechenlands): „Es war eine gute Mannschaftsleistung. Man hat es im Prinzip locker nach Hause gebracht.“

Andreas Köpke (Torwarttrainer): „Das war natürlich kein Spiel für unseren Torwart Jens Lehmann. Costa Rica hatte nur zwei Chancen und da war Jens machtlos. Seine Knöchelverletzung in der ersten Halbzeit ist nicht schlimm. Er hat nur etwas Eis gebraucht und in der Halbzeitpause einen Tapeverband.“

Eusebio (Portugals Fußball-Idol): „Es war ein Klassespiel. Man bekommt nicht jeden Tag sechs Tore in einem Spiel zu sehen. Die Vorstellung der deutschen Mannschaft sagt noch nicht viel aus, aber sie muß sich noch steigern.“

Pele (Brasiliens Fußball-Idol): „Ich bin sehr glücklich. Viele Leute haben gesagt, es würde ein torloses Eröffnungsspiel werden. Aber es war wirklich toll, sechs Tore sind der Wahnsinn. Ein guter Start ist immer ein gutes Vorzeichen. Deutschland hat sehr gut und ruhig gespielt, vom großen Druck war nichts zu spüren. Die Jungs in der Abwehr haben natürlich einige Schwächen gezeigt, da muß Jürgen Klinsmann noch einiges machen. Die Atmosphäre war beeindruckend, ich hätte am liebsten selbst wieder gespielt.“

Kurt Beck (SPD-Vorsitzender): „Für ein Eröffnungsspiel war das wirklich nicht schlecht. Aber die deutsche Abwehr hat mich ein bißchen erschreckt. Sturm und Mittelfeld waren in Ordnung, wenn man bedenkt, daß wir ohne Ballack gespielt haben.“

Jürgen Kohler (Weltmeister 1990): „Der Angriff war okay, ansonsten gab es noch einige Abstimmungsschwierigkeiten. Für einen Auftakt aber war das in Ordnung. Ich hoffe, wir können darauf
aufbauen und noch weit kommen.“

Michael Schumacher (Formel-1-Rekordweltmeister): „Ich bin froh, daß es so ausgegangen ist. Es war ein interessantes Spiel. Ich habe viele gute Dinge gesehen. Ein bißchen Arbeit gibt es auch noch. Aber man muß nicht immer nur über das Negative reden. Es war ein sehr schöner Auftakt für die Mannschaft in das WM-Turnier und für mich in das Wochenende.“

Dieter Baumann (5000-Meter-Olympiasieger 1992): „Für ein Auftaktspiel war es eine muntere Partie. Sechs Tore sind doch besser als ein müdes 0:0. Als Ausdauersportler muß ich sagen, daß ich mir in der ersten Phase der zweiten Halbzeit mehr Bewegung gewünscht hätte. In dieser Gruppe muß man auch die nächsten Spiele gewinnen. Es wird keine Sensation geben im Sinne des Scheiterns der deutschen Mannschaft in der Vorrunde.“

Jörg Roßkopf (Tischtennis-Rekordnationalspieler): „Das war ein wichtiger Sieg. Als Sportler weiß man, daß der Druck im ersten Spiel besonders groß ist. Klar, es gab Abwehrfehler. Wir müssen immer viele Tore schießen, und das hat gut geklappt. Das gibt Selbstvertrauen für das Polen-Spiel.“

Text: dpa/sid

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