WDR wehrt sich

Podolski will gegen „niveaulose“ Comedy klagen

Podolski: “Zu niveaulos“

Podolski: "Zu niveaulos"

18. Juni 2006 Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski setzt sich gegen eine Satire des WDR-Hörfunksenders „Eins Live“ zur Wehr. Der 21 Jahre alte Angreifer hat den Berliner Medienanwalt Christian Schertz eingeschaltet, der eine Unterlassungsklage eingereicht hat.

Hintergrund des Ärgers ist eine vermeintliche Satire, in der der künftige Spieler von Bayern München seit Wochen auf die Schippe genommen, dabei nach Meinung seines Managements jedoch als „blöder Fußball-Prolet“ dargestellt wird. „Ich verurteile diese Art von Comedy. Die ist derart niveaulos, daß wir uns dagegen wehren mußten“, sagte Podolskis Berater Kon Schramm am Sonntag.

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat den Schritt verteidigt. Das gehe in Ordnung. Gegen Satire sei nichts einzuwenden, „aber sie sollte niemanden verletzten“. Podolski weigert sich derzeit deshalb auch, dem ARD-Fernsehen Interviews zu geben - solange, bis „Eins Live“ das Stück aus dem Programm nimmt.

Der WDR teilte am Sonntag mittag mit, er werde die Serie trotz der Unterlassungsbeschwerde fortsetzen. Gerade bei einem jugendlich orientierten Programm wie Eins Live finde „die karikierende und humoristische Ansprache Prominenter aus Sport und Politik hohe positive Resonanz“, antworteten die WDR-Juristen in einem Schreiben dem Anwalt des Fußballstars. Dabei befinde sich Podolski „in prominenter Gesellschaft mit Angela Merkel, dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder oder Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die der Hörfunksatire durchaus ihre popularitätssteigernde Wirkung abnehmen und souverän damit umgehen“.

„Comedy ist ein gängiges und anerkanntes Stilmittel in unseren Programmen. Diese Sendeformen haben selbstverständlich nicht den Zweck, die persiflierten Personen zu verunglimpfen, sie herabzusetzen oder ihre Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Der WDR läßt sich seine journalistische Arbeit nicht einschränken und wird die Comedy über Podolski fortsetzen“, sagte die WDR-Hörfunkdirektorin Monika Piel in Köln.

Text: FAZ.NET mit Material von sid und dpa
Bildmaterial: AP

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