Erzählkraft, ja bitte: Jo Lendle beschwört mit seinem furiosen Wendland-Roman den Mief der Pubertät und der alten Bundesrepublik herauf. Sein Ich-Erzähler trägt zwar den falschen Button - „Baum ab? Nein, danke!” -, protestiert aber engagiert gegen Atomkraft, bis das Ferienlager zum Kriegsschauplatz wird.
Die Beobachtungsgabe und die konzentrierte, erfrischend metaphernfreie Sprache des Autors sind unserer Rezensentin Sarah Elsing schon an dessen Debüt „Die Kosmonautin” aufgefallen. Eindrücklich schildere Lendle die Verlorenheit der „biologisch und ideologisch wohlgenährten Achtundsechziger-Kinder” zwischen Naturgewalt, Staatsmacht und Zonengrenze.