Da ist ja schon wieder ein Ovolekt entstanden!

Ein bisschen Pippi Langstrumpf ist schon drin. Und die schreckliche Schule des Dr. Bonzo könnte von der schrecklichen Schule von Frau Mahlzahn aus "Jim Knopf" herrühren. Und die akrobatischen Spiele mit Silben, Wörtern, ja ganzen Sprachen gäbe es ohne James Krüss so wenig wie die akrobatischen Spiele ...

Ein Großer auch der kleinen Form: Die Wände von Siegfried Lenz' Haus bestehen...

„Schweigeminute“ von Siegfried Lenz

Die Meerfrau und der Steinfischer

Altmodisch? Modern? Die ewigen Streitbegriffe der Liebhaber und der Kritiker des Werks von Siegfried Lenz verblassen vor der souveränen Lakonie, die Lenz in seiner Novelle „Die Schweigeminute“ an den Tag legt. Von Heinrich Detering

Die Illusion der Ewigkeit

Stephen King mag schon recht haben, wenn er diesen Roman von Stewart O'Nan - es ist der zehnte in knapp fünfzehn Jahren - "ein Buch über das Gute im Menschen" nennt, aber es lässt sich doch noch genauer sagen. Denn was es von dieser "Letzten Nacht" des Restaurants "Red Lobster" in einem mittelstädtischen Einkaufszentrum ...

Pizza Taifun

Erinnern Sie sich aus jüngster Zeit an meteorologische Ausnahmezustände in Hannover? Wenn nicht, dann ist in der Pizzeria Peperoni zuletzt gut gegessen worden. Denn wenn dort die Teller nicht ordentlich geleert werden, gibt es schlechtes Wetter in Hannover, und sollte gar die ganze Portion zurückgehen, dann droht ein Wirbelsturm.

Goodbye, Tudjman

Zwei Gangster schleppen die Leiche der alten Marta zur Sparkasse. Sie wollen, typisch Gangster, ihre Kohle. Die Frau habe einen Herzanfall erlitten, und nun brauche man dringend die zwanzigtausend Mark auf ihrem Konto für die Behandlung. Der Coup schlägt fehl, die Gauner landen im Gefängnis, aus dem sie erst nach Jahren wieder entlassen werden.

Das Treppenhaus ist gefährlicher als die Straße

Als der Krieg ausbrach, gab es viel zu tun. Zunächst galt es natürlich, die Ansage auf dem Anrufbeantworter zu löschen. "Es kam nämlich vor, dass jemand versehentlich deine Nummer gewählt und beim Hören der ungarischen Ansage Wert darauf gelegt hatte, dich zu belehren: ,Dies ist Serbien, fick deine ...

Literarisch-philosophische Doppelbegabung: Peter Bieri alias Pascal Mercier

Heidelberger Poetikdozentur

Vorsicht, Sprache!

Der Philosoph und Bestsellerautor Peter Bieri alias Pascal Mercier beherrscht das Denken über die Sprache nicht weniger gut als das Schreiben selbst. Auf der Heidelberger Poetikdozentur brachte er seine Einsichten wie Lehrsätze zu Protokoll: Wer nicht sorgfältig spricht, erlebt auch nicht viel. Von Edo Reents

Ein nicht zu fassendes Genie: der Dichter Friedrich Hölderlin

Fragen Sie Reich-Ranicki

Schreiben berauschte Schriftsteller bessere Bücher?

Kann man nur mit klarem Kopf klare Prosa verfassen oder hilft dem Schriftsteller der Rausch? Wie kann man sich dem Dichtergenie Friedrich Hölderlin am leichtesten annähern? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.

Schuld ohne Sühne

"Heute Nacht ist Papa gestorben." Mit dieser Nachricht, deren Tragik zum Ich-Erzähler kaum durchzudringen scheint, beginnt der intelligente, vielschichtige und unerbittliche Roman "Der afrikanische Freund" des österreichischen Schriftstellers Johannes Gelich, den wir von heute an in dieser Zeitung vorabdrucken.

Mein Vater, ein Daedalus

Wer eine Bombe zündet, erwartet eine Detonation, nicht den Rückschlag eines Bumerangs. "Ich bin lesbisch", hatte die neunzehnjährige Alison Bechdel ihren Eltern 1980 vom College aus nach BeechCreek, Pennsylvania, geschrieben. Woraufhin ihre Mutter, eine Hobby-Schauspielerin, ihr am Telefon lapidar mitteilte: ...

Überraschender Preisträger: Josef Winkler

Büchner-Preis an Josef Winkler

Der Kindheitsmusterknabe

Christoph Ransmayr, Hans Joachim Schädlich, Ror Wolf oder Siegfried Lenz: Würdige Kandidaten für den Georg-Büchner-Preis gab es viele. Bekommen aber hat ihn Josef Winkler. Rechtfertigt dessen schmales literarisches Programm eine solche Auszeichnung? Von Hubert Spiegel

Totentanz im Archiv

Am 6. April 1992: Der fünfzigjährige Richard Richter befindet sich auf dem Weg von Paris nach Wien. Der Schriftsteller lebt in Scheidung, eine Midlife Crisis macht ihm zu schaffen. Im Zug fällt Richter ein Artikel über einen katholischen Priester auf, der soeben seine verheimlichte jüdische Herkunft entdeckt hat.

Die womöglich nicht ganz gezügelte Lust der Zeugung

Ein Klassiker der frühen spanischen Literatur: Juan Manuel, der 1348 starb, ist der erste spanische Autor, der Kunstprosa schrieb. Vorher gab es Versdichtungen - Heldenlieder, Lyrik, vor allem die herrlichen balladenhaften "Romanzen". Und er schrieb nicht wenig, dieser Autor; ein Drittel seiner Werke ging verloren, wie es scheint.

Keinrohrmuse

In Thomas Starnes' großer Wieland-Chronik findet sich unter dem Datum 22. Juni 1779 eine Anekdote verzeichnet, die Karl Wilhelm Böttiger 1853 in Cottas "Morgenblatt" brachte: Der Dichter hatte an diesem Tag sein geliebtes spanisches Rohr mit goldenem Knopf und schwarzseidener Quaste verloren, den ...

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