So souverän hat seit Walker Percy kein Autor mehr an die Erzähltradition des amerikanischen Südens angeknüpft: Jayne Anne Phillips stellt ein behindertes Kind ins Zentrum ihres Epos über Krieg und Familie. Von Hubert Spiegel
Es ist das Buch, über das auch Thomas-Mann-Freunde lieber schweigen. Jetzt sind die Betrachtungen eines Unpolitischen in der kommentierten Ausgabe von Hermann Kurzke erschienen. Von Edo Reents
Gedichte sind eben für Ohren gemacht: Wer dem ganzen Jahrhundert deutscher Dichterstimmen zuhört, kann die Poesie erst wirklich als Echoraum des Lebens vernehmen. Ulrike Draesner rezensiert die Originalaufnahmen-Anthologie Lyrikstimmen.
Wahlverwandtschaften in einem Berliner Winter fast ohne Sonne: Mit dem philosophischen Roman Alix, Anton und die anderen über eine kinderlose Freundesgesellschaft beginnt Katharina Hacker einen epischen Zyklus. Von Patrick Bahners
Die Offenbarung der Beat-Generation in der ursprünglichen Fassung: William Burroughs' Kult-Roman Naked Lunch“. Erst die neue Übersetzung macht für deutsche Leser nachvollziehbar, warum Burroughs als größter Satiriker seit Swift gefeiert wurde. Von Wolfgang Schneider
Die Angst mit tausend Erinnerungen überschreiben: In einer bewegenden Symphonie der Stimmen erzählt der israelische Autor David Grossman von den inneren Konflikten jenseits des großen politischen Konflikts. Von Anja Hirsch
Es gibt offenbar immer noch einen unbekannten Brecht: Erdmut Wizisla, der das Berliner Brecht-Archiv leitet, hat mit kundiger Hand aus den Erinnerungen an Brecht die schönsten und charakteristischsten ausgewählt. Von Lorenz Jäger
In äußerst verknappter und zugleich poetischer Prosa erzählt Atiq Rahimi die fesselnde Geschichte eines Befreiungsakts, der nicht auf Abwendung von alten Banden, sondern auf Zuwendung setzt. Von Joseph Hanimann