Erst im Renaissance-Spezialisten findet sie ihren Meister: Louis Auchincloss verstrickt uns in das eiskalte Karrieremanagement seiner stolzen Heldin. Von Anfang an fühlt sich der Leser vom Autor ins Vertrauen gezogen - und wird sein williger Komplize. Von Ingeborg Harms
Nach der Springflut an Biographien, Editionen und Brevieren zu Schillers aufwendig gefeiertem 200. Todestag vor vier Jahren steht nun der 250. Geburtstag an. Die Trouvaillen: Ironische Selbstporträts, Selbstrezensionen sowie Bitt- und Bettelbriefe. Von Alexander Kosenina
Nur auf den ersten Blick zeichnet Dorothea Razumovsky in ihrem späten Romandebüt ein Altenidyll, zu dessen Voraussetzungen neben stabiler Gesundheit eine satte Pension gehört. Ganz freiwillig ist die alte Dame nämlich nicht ins Stift gezogen. Von Sabine Doering
Ein Manuskript im Raupenstadium: Gegen den schriftlich erklärten Willen seines Vaters, der das Manuskript des Modells für Laura ungelesen verbrannt sehen wollte, hat Dmitri Nabokov es jetzt herausgebracht - ein Bärendienst für Vater und Leser. Von Markus Gasser
Was macht die Kunst? Imke Elliesen-Kliefoth hat mit Schriftstellern, Malern und Musikern inspirierende Gespräche über das Gelingen geführt. Von Richard Kämmerlings
Aber bitte mit Stadtplan: Was passiert, wenn deutsche Dichter und Denker eine Gruppenreise ins Ausland machen? Das weiß keiner besser als die Fotografin Isolde Ohlbaum, die seit zehn Jahren bei diesen Familienausflügen dabei ist. Von Felicitas von Lovenberg
Verlorene Söhne: In seinem neuen Roman ist Nick Cave eine Sozialsatire auf das England im einundzwanzigsten Jahrhundert geglückt. Von Von Tobias Rüther
Cola in Tola: Thomas von Steinaecker versammelt in seinem neuen Roman eine deutsche Kolonie von Glückssuchern in Westafrika und zitiert dabei die ganze Tradition des Kolonialromans. Von Andreas Platthaus
Das stille Haus ist Orhan Pamuks zweiter, im Original 1983 erschienener Roman. Jetzt erscheint er erstmals in deutscher Übersetzung - und macht staunen über die frühe Meisterschaft des türkischen Autors. Von Wolfgang Schneider
Überall sind wir von Unabhängigkeit infiziert: Romain Garys Huldigung ans Leben zu zweit, von Costa-Gavras in den siebziger Jahren kongenial verfilmt, ist nun in einer Neuausgabe zu entdecken. Von Joseph Hanimann
Katja Kessler hat vor Dieter Bohlen nicht haltgemacht und nicht vor der Ikone der jungen, glücklichen Mutter. Jetzt nimmt sie ihre Ehe unter die Lupe. Was dabei herauskommt? Ein großes Lesevergnügen. Von Felicitas von Lovenberg
Liebesirrtümer zuhauf: In frühen, nun erstmals ins Deutsche übersetzten Erzählungen widmet sich Henry James mit wonnevoller Durchtriebenheit dem seltsamen Paarverhalten der Viktorianer. Von Jürgen Kaube
So etwas gibt es tatsächlich: Ein deutscher Roman ohne Identitätskrisen, die am Prenzlauer Berg über Cappuccino ausgefochten werden. Die letzte Sau spielt auf dem Land. Er erzählt von einer Familie, deren Hof dem Braunkohletagebau weichen muss. Von Michael Martens
Formvollendete Wutausbrüche: Der Briefwechsel von Hans Magnus Enzensberger und Uwe Johnson zeigt zwei Klassiker der deutschen Nachkriegsliteratur in Höchstform. Von Ernst Osterkamp