Thomas Gsella: Warte nur, balde dichtest du auch!

Der Dichtung eine Gosse

Expeditionen in ein lyrisches Paralleluniversum: Mit seiner „Offenbacher Anthologie“ gelingt dem Dichter und früheren Titanic-Chefredakteur Thomas Gsella das Kunststück, Lyrik und das Reden über sie zugleich zu parodieren. Von Richard Kämmerlings

Verena Auffermann u.a.: Leidenschaften

Ohne zu wissen, was ich anhatte, kann ich mich nicht erinnern

Radikal und inspiriert: Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter porträtieren ihre neunundneunzig Lieblingsschriftstellerinnen - und damit die Lebens- und Überlebenskünstlerinnen der Weltliteratur. Von Ingeborg Harms

Ulrich Becher: Murmeljagd

Es hat wirklich gar keinen Sinn, sentimental zu sein

Zeit seines Lebens war Ulrich Becher, einem Schüler von George Grosz, mit seinem stattlichen literarischen Werk wenig Erfolg beschieden. Jetzt ist mit seinem wichtigsten Roman „Murmeljagd“ auch der Verfasser neu zu entdecken. Von Ernst Osterkamp

Martin Meyer: Piranesis Zukunft

Was uns die Schreibmaschine war

Requiem und Wiederkehr: Martin Meyers Essays zu Literatur und Kunst reizen durch eine Erotik des Abschieds, die doch den Hoffnungen des Geistesmenschen ein Hintertürchen offen lässt. Von Christian Schärf

Anne Enright: Alles was du wünschst

Wie Dinge und Menschen funktionieren

Unsanfte Landung: Die Booker-Preisträgerin Anne Enright besingt in ihren neuen Erzählungen elektrische Mechanismen und andere Zumutungen der Moderne. Von Margret Fetzer

Georg Heym: Umbra vitae

Dämonen ineinander verschlungen

Ein Juwel expressionistischer Buchkunst ist jetzt als Nachdruck erschienen: Georg Heyms bedrückende Schattengedichte, illustriert von Ernst Ludwig Kirchner. Von Alexander Košenina

Willa Cather: Schatten auf dem Fels

Schimmer von Blattgold

Die amerikanische Autorin Willa Cather erlebt gerade eine Renaissance. Ihr Quebec-Roman spielt im siebzehnten Jahrhundert, und doch trägt er alles in sich, wofür diese Stadt über die Zeiten hinweg steht. Von Tilman Spreckelsen

Jannis Ritsos' Gedichte in Neuübersetzungen

Blitzartiges aus Lakonien

Revolte gegen den Tod: Jannis Ritsos, einer der großen griechischen Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts, tritt in zwei neuen Übersetzungen als Zeuge der Zeit und der Ewigkeit hervor. Von Harald Hartung

Ulrich Horstmann: Die Aufgabe der Literatur

Dieses Nixtun muss man erst einmal hinkriegen

Strategien des Verstummens: Ulrich Horstmann betrachtet den literarischen Bankrott als Kunstform und untersucht die Eloquenz des Schweigens in der modernen Literatur. Von Werner von Koppenfels

Luzius Keller (Hg.): Marcel Proust Enzyklopädie

Tante Léonies rätselhafte Wirbel

Eine Schatzhöhle voller Proustiana: Die von Luzius Keller bearbeitete Proust-Enzyklopädie ist eine ebenso elegante wie immer wieder überraschende Summe der literaturwissenschaftlichen Forschung. Von Helmut Mayer

Jörg Fauser: Der Strand der Städte

Und immer ist irgendwo Los Angeles

Von Bornheim-Mitte an den Rand des Wahnsinns: Als Langstreckenlektüre ermöglicht Jörg Fausers journalistisches Gesamtwerk eine unterhaltsame Reise durch die westdeutsche Gesellschaftsgeschichte. Von Andreas Rosenfelder

Paul Celans Briefwechsel mit Klaus und Nani Demus

Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens

Dem unruhigen Dichter bis zuletzt die Treue gehalten: Der eindringliche Briefwechsel zwischen Paul Celan und dem Ehepaar Klaus und Nani Demus, sorgsam kommentiert und mit einem aufschlussreichen Nachwort. Von Beate Tröger

Jürg Amann: Die kalabrische Hochzeit

Eros auf rostigen Gleisen

Wenn sich bei gleichzeitigem Wunsch nach Sicherheit Abgründe der Leidenschaft auftun, ist ein Happy End ausgeschlossen: Der Schweizer Jürg Amann erforscht ein Land und seine Liebe. Von Beate Tröger

Guntram Vesper: Auftakt mit Arnold Z.

Al Capone der Pfalz

Abschmelzende Gedächtnisfelder: Guntram Vespers „Auftakt mit Arnold Z.“ versammelt vier reizvolle autobiographische Miniaturen, die durch ihre Subtilität für sich werben. Von Walter Hinck

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