Tellkamps Dresden: Der Weiße Hirsch wird bei ihm zur Nautilusmuschel

Literatur

Zeitverschiebung: Uwe Tellkamps Dresden

Wer wissen will, auf welchen Wegen die Wirklichkeit in die Literatur gelangt, muss mit Uwe Tellkamp durch das Dresdner Villenviertel Weißer Hirsch spazieren gehen. Wo er als Kind gespielt hat, spielt nun sein neuer Roman, der hochgelobte „Turm“. Von Andreas Platthaus

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Oktober 2008 04:06

Meine Wirklichkeit

Jens Papperitz (jpapperitz)

Ein herzliches Dankeschoen an Herrn Platthaus fuer diesen gelungenen Artikel, ueber den ich hier in den USA so ganz unerwartet beim mittaeglichen Verdauen der Wirtschaftsnachrichten "gestolpert" bin. Das im Artikel treffend skizzierte Lebensgefuehl war auch meines (Jahrgang '67, aufgewachsen im anderen Villenviertel der Stadt, Radebeul). Bislang hat es keiner der mir bekannten Nachwende-Romane oder gar Filme geschafft, meine "Wirklichkeit" einer ostdeutschen Kindheit und Jugend in mehr als nur Ausschnitten wiederzugeben. Das veroeffentlichte DDR-Bild der 70er und 80er Jahre erscheint mir heute mehr denn je einseitig - es ist zunehmend laut, unterschwellig systemkonform und Berlin-lastig. Ich freue mich daher auf die baldige Lektuere des "Turms".

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