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Fünfundzwanzig beste Bücher

05. Oktober 2006 Was sollen wir lesen? Jeden Herbst aufs neue türmen die Verlage einen Bücherberg auf, der selbst den eifrigsten Literaturfreund schwindeln macht. Die Zeit und Muße, sich durch die endlosen Listen der Neuerscheinungen zu kämpfen, haben nur wenige. FAZ.NET erspart Ihnen unergiebige Mühen und präsentiert in kompakter Form fünfundzwanzig neue Bücher, die zu lesen sich lohnt: Ausgewählt und knapp kommentiert von der F.A.Z.-Literaturredaktion, Cover für Cover zum Durchklicken.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: A 1 Verlag, Ammann Verlag, Berlin Verlag, btb, Claassen Verlag, Deutscher Taschenbuch Verlag, Eichborn Berlin, FAZ.NET, Frankfurter Verlagsanstalt, Hanser Verlag, Hoffmann und Campe, Insel Frankfurt, Jung und Jung, Kiepenheuer & Witsch, Knaus Verlag, Kunstmann Verlag, Luchterhand Literaturverlag, Rowohlt Berlin, Rowohlt Verlag Reinbek, S. Fischer, S. Fischer Verlag, SchirmerGraf Verlag, Suhrkamp, Verlag Schöffling & Co.

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„Niemand kann wissen, was im Kopf eines Terroristen vorgeht, der den eigenen Tod vor Augen hat, aber Peters vermittelt uns zumindest eine Vorstellung davon, wie sie eindringlicher und beklemmender kaum sein könnte.” (Hubert Spiegel)„Eine vielfältig schillernde, nach allen Seiten ausgreifende, überbordende und die Kontinente umspannende Porträtstudie eines extremen Charakters. (...) Kiran Nagarkars Roman 'Gottes kleiner Krieger' (...) zählt zweifellos zu den bedeutendsten Neuerscheinungen dieses Herbstes.” (Hubert Spiegel)„Es geht ums Ganze in 'Dossier K.': um die Kindheit, das Leben unter der Diktatur, aber auch das eigene Schreiben, seine Wahrhaftigkeit, seinen Weltgehalt... Diese Elegie eines schicksallosen Lebens ist auch ein Hymnus auf die Literatur, in der die Schicksale aufgehoben sind.” (Andreas Kilb)„An Tharoors Buch läßt sich alles lernen, was man über die chaotischen Produktionsweisen der indischen Filmindustrie und die Machart von archetypischen Bollywoodfilmen der siebziger bis neunziger Jahre wissen möchte.” (Sabine Löhr)
„Banvilles Meisterwerk erinnert daran, wie die Literatur das scheußlich Wahre in gebändigt vibrierender Form einfangen und den Orkan in die Streichholzschachtel bannen kann; und daran, mit welcher Wucht er in ihr toben muß.” (Michael Maar)
„Wir können uns freuen über die Ankunft eines jungen, hochbegabten Erzählers in der deutschen Literatur. ” (Richard Kämmerlings)„'Bildnis der Mutter als junge Frau' ist diese Geschichte überschrieben. Das Kind, das sie erwartet, ist jetzt der Erzähler, der dies alles imaginiert. Man vergißt es, weil dieser Erzähler von sich absieht, weil er ganz Auge und Ohr für seine Heldin ist. Gerade dank dieser unsentimentalen Selbstlosigkeit aber wird seine Geschichte zum großen Zeitbild auf kleinem Raum.” (Heinrich Detering)„Es ist phantastisch, beziehungsreich, verästelt, oft gebrochen und vieldeutig, niemals eindimensional, aber immer sprachlich brillant, wie Felicitas Hoppe auf die Suche nach ihrer Johanna geht.” (Tilmann Lahme)„Es ist das literarische Debüt einer neunundfünfzigjährigen Hochschullehrerin aus der mittelenglischen Provinz, die in den letzten Jahren Kurse in 'Creative Writing' absolviert hat und hier eine derart frische und zupackende, dabei stets lakonisch lockere Erzählprosa vorlegt, daß viele hoffnungsvolle Jungtalente dagegen alt aussehen.” (Tobias Döring)„Wie Hürlimann die hitzköpfige und glühende, turbulente und zarte, explosive und innige Liebe und Ehe des ungleichen Paares schildert, das vieles verbindet und alles trennt, ist große Kunst.” (Pia Reinacher)„'Stille' ist ein episches Ein-Mann-Stück...  Auch wenn der Erzählfluß im letzten Drittel etwas stockt, hatte doch selten ein Buch, in dem äußerlich so wenig passierte, so kurze Längen.” (Julia Bähr)„'Das Jahr magischen Denkens', das die Schriftstellerin Antje Rávic Strubel mit gutem Gespür für Joan Didions unverkennbaren Sprachrhythmus ins Deutsche gebracht hat, ist nicht nur ein Buch über den Tod, sondern auch über Joan Didions Ehe mit John Dunne, die sie kaleidoskopartig und teilweise auch witzig auffächert, und also auch ein Buch über die Liebe.” (Verena Lueken)„Ein das Lebenswerk rundender Roman, der über weite Strecken, solange er ein Endspiel als Kammerspiel sein will, große Literatur bietet, und nur am Ende, wenn er ins Große strebt, ein bißchen zu klein geraten ist.” (Wolfgang Schneider) „Sibylle Bedfords Erinnerungsband 'Treibsand', den die Vierundneunzigjährige wenige Monate vor ihrem Tod im Februar dieses Jahres abschloß, ist ein Stück europäischer Kultur-, Mentalitäts- und Geschmacksgeschichte... Es ist der Abschluß eines Lebenswerks, wie es sich farbiger und leuchtender kaum denken läßt.” (Felicitas von Lovenberg)
„Das süffig geschriebene Drehbuch zu einer Art Roadmovie von der West- zur Ostküste Amerikas verspricht eine kurzweilige Lektüre, auch wenn es an Unwahrscheinlichkeiten und gesuchten Zufällen nicht mangelt.” (Alexander Kosenina)„Kiran Desai führt ihre Leser an die Ränder einer mythischen Zeit, die von der Brüchigkeit der Zivilisation lebt und mehr auf den Witz und Erfindungsreichtum des einzelnen baut als auf etablierte Systeme.” (Ingeborg Harms)„Wolf Haas ist ein Verführer. Und mit seinem Roman macht er sich zum amüsantesten Verführer der aktuellen deutschen Literatur - auf hohem Plateau, im doppelten Sinn. (...) Haas gibt der deutschen Gegenwartsliteratur die Lust am Text zurück.” (Rose-Maria Gropp)„Sujet ist der 'Fall Karl Hau', der seit 1906 die Gemüter des Kaiserreichs und der jungen Weimarer Republik bewegte wie kaum ein zweiter... Schroeder hat eines der bemerkenswertesten Beispiele des dokumentarischen Romans geschrieben.” (Marius Meller)„Ludwig Fels hat einen stillen kleinen Roman über die Liebe unter den Bedingungen des Sterbens geschrieben... Es ist zu hoffen, daß dieses Buch, mit dem Ludwig Fels sich auf eindrucksvolle Weise als Erzähler zurückmeldet, trotz des unbegreiflich unattraktiven Schutzumschlags viele Leser findet.” (Ernst Osterkamp)„Zwischen dem Erlebten und der Schilderung liegt ein Schleier, und wenn die literarische Form dieses Buches noch einer Rechtfertigung bedarf, so liegt sie hier begründet: Klüger, kalkulierter und mutiger jedenfalls hat lange kein Autor mehr vom Gang ins Eis erzählt. Und von der Bruderliebe auch.” (Tilman Spreckelsen)„Der schiere Witz und Geist, den Meißner aufbietet, kann am Ende auch dem Leser einleuchten, der ansonsten den Sicherheitsabstand zur subkulturellen Ästhetik des Grausamen wahrt.” (Lorenz Jäger)„Der Leser fühlt sich von diesem großen Autor einmal wieder bewegt, belehrt und belustigt und (je nach Alter) beinahe gerührt an Zeiten erinnert, in denen alles besser werden sollte.“ (Friedmar Apel)Ismail Kadares Buch liest sich wie eine Legende, wie ein böses Märchen - auf den ersten Blick. Es ist dann jedoch, wenn es so etwas geben sollte, eine realistische Legende... Es ist nur ein kleines, nicht einmal zweihundert Seiten dickes und zugleich ein großes Buch.” (Peter Körte)„Morten Ramsland hat es geschafft, diese rasende Schicksalsschlittenfahrt so routiniert und mit einem so eigenen Ton zu inszenieren, daß man von einem gelungenen Auftritt reden darf.” (Hannes Hintermeier)„ Das Unheimliche kommt bei ihm so heimlich, das Bedrohliche so subtil in der Maske einer aufgeklärten Rationalität und einer knisternden Erotik daher, daß es nie vage, anachronistisch oder surrealistisch wird. Trotz aller programmatischen Verzettelung ist Loschütz’ Roman fein durchkomponiert und durchwirkt mit leiser Komik.” (Martin Halter)