Ja, auch ein Fuchs: der Autor Christian Kracht

Christian Krachts neuer Roman

Der unsichere Kantonist

Wenn die Schweiz ein kommunistisches Weltreich wäre: Christian Krachts Roman „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ ist einer der spannendsten dieses Herbstes. Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises fehlt er. Von Tobias Rüther

Lesermeinungen zum Beitrag

30. August 2008 13:12

Hochgejubelt

Hans-Dieter Krebs (hdkrebs)

Wer die Einführung in den neuen Fortsetzungsroman gelesen und verstanden hat, der mußte sich auf ein Werk von fast Ewigkeitswert gefaßt machen. Doch Krachts hochgejubelter Roman entpuppt sich für mich als eine aus der Vergangenheit gespeiste Zukunftsreise mit Blut, Gewalt, Ekel, Rückgriffe auf den Stalinismus, Menschenkarikaturen, einem Hauch von Esoterik und einer Handvoll Helvetismen wie Jenische, Beiz,Matte oder das entbehrliche Hendidyoin schlußendlich. Einer der spannendsten Romane des Herbstes ? Für mich nicht, denn nach drei gelesenen Fortsetzungen nutze ich meine Zeit für andere Lektüre.

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26. August 2008 18:38

Wortgeklingel

Konrad Krecher (Heidebluete)

Schrecklich, diese Rezension von Tobias Rüther. Man liest sie, ist vielleicht zunächst beeindruckt von den flotten Formulierungen und wenn man sich nach der Lektüre fragt, was der Autor dem interessierten Leser nun eigentlich über das - noch - unbekannte Buch von Kracht gesagt hat, fällt einem nichts Konkretes ein. Sprachliche Schlurigkeiten fallen um so mehr auf: "Sie ... ( die Geschichte ) ..spielt heute, in einer Gegenwart, die sich seit hundert Jahren anders entwickelt hat." Anders als was, fragt der Leser. Aber das ist ja alles nicht so wichtig und aus der Sicht eines flotten Feuilleton-Schreibers ist ein solcher Einwand sicherlich nur oberlehrerhafte Kleinkrämerei. Zum Schluß heißt es: "Bei Joseph Conrad hieß der Mann noch Major Kurtz." Selbst schuld, wer nicht alle Werke von Conrad kennt und die jeweiligen Helden, deswegen muss man natürlich nicht den Roman nennen, in dem der Major Kurtz eine Rolle spielt. In der Rezension springt der Autor hin und her zwischen den Romanen von Kracht, welche der geistreichen Erkenntnisse zu welchem Roman gehören, ist meist nicht recht zu erkennen. Auf solche Rezensionen kann man dankend verzichten. Herr Rüther: an den Leser denken, wenn man schreibt!

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25. August 2008 21:25

Christinen Mineralwasser

Andreas Noreikat (derherold)

Da hatte man gehofft, daß Faserland&Poschardt, Tristesse Royale&Deutsches Theater irgendwie zur Modernisierung beitragen könnten und am Ende bekamen wir Jana Hensel und Elke Heidenreich. Angesichts des intellektuellen Lebens in D., erscheint einem "1979" gar nicht so schröcklich. Man muß nicht alles gut finden, was Kracht schreibt aber man muß es lesen.

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1 - 3 von 3 Lesermeinungen
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