
So verständnisvoll, wie Herr Dath die Übersiedlung von Literaten 1955 in die DDR („denen Adenauer nicht geheuer war“) beschreibt, kann es nicht jeder verstehen. Im Zug nach Westberlin saß zur gleichen Zeit der 14 Jährige Sohn der Buchhändlerin, der man die letzte private Leihbücherei geschlossen hatte. Ihm, der „gesellschaftlich nicht aktiv“ war, auch nicht der Arbeiter-und Bauernklasse angehörte, nutzte sein Schulzeugnis nichts. Auch nicht, daß er große Teile der Bücherei zwar verschlungen aber nicht immer verstanden hatte. Der linientreue Lehrer Gegenwartskunde machte ihm klar, daß er Oberschule und Abitur vergessen könne. So saß er also 1955 im Zug nach Westberlin, der Marxist Hacks im Gegenzug in sein Arbeiter-und Bauernparadies.
Der Junge allein, in der vagen Hoffnung bei Verwandten Unterschlupf zu finden. Nach Internat, Flucht der Mutter und Abitur nahm das Leben eine gute Wendung.
Allerdings: Wenn selbiger Zeitzeuge heute in der FAZ die schmelzigen Liebeserklärungen der Intellektuellen Schirrmacher und Dath an Peter Hacks liest, kommt leichter Unmut auf.
Hacks hat gerade in seinen letzten Lebensjahren an politischer Verirrung gelitten.
Ungarn, Mauerbau, Biermann. Immer hat der linientreue Lyriker „Hacks, der größte Schöpfer schönster Sätze“ zur falschen Zeit das verlogenste Wort gefunden.
Glückwunsch: Die FAZ mit Schirrmacher auf der „richtigen“ Spur!
HDS
Saarbrücken