Die Romane des Herbstes

Der Krieg, der Schrecken, die See

Leserin im Messerummel

Leserin im Messerummel

04. Oktober 2006 Wer wissen will, welch trauriges Schicksal einen Ruhrgebietsjungen zum Wettkönig im Samstagsabendsfernsehen macht, der sollte Wolf Haas lesen. Wem das Seelenleben des religiösen Fanatismus allzu fremd erscheint, der gewinnt in den Büchern Kiran Nagarkars und Christoph Peters' überraschende Einblicke. Wer nicht glaubt, daß böse Mädchen tatsächlich überallhin kommen, liest besser Mario Vargas Llosa.

Wer wissen will, wie ein bosnischer Junge mit den Schrecken des Krieges weiterlebt, der sollte Saša Stanišic lesen. Und wer sich nicht davon abschrecken läßt, daß John Banville als arroganter Autor gilt, findet in dessen neuem Roman „Die See“ ein Meisterwerk. Fünf Leseempfehlungen aus den Romanen dieses Herbstes mit Kritiken aus der Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Weitere Empfehlungen: Die Sachbücher des Herbstes



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp

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Irische See - Irland

John Banville: „Die See“

Max Morden flüchtet nach dem Krebstod seiner Frau in eine Pension an dem Strand, an dem er als Kind seine Ferien verbracht und seine Initiation in die dämonische Götterwelt erfahren hat: John Banvilles meisterhafter Roman „Die See“.

Südindien - Coimbatore

Kiran Nagarkar: „Gottes kleiner Krieger“

Kiran Nagarkar und Christoph Peters teilen die Überzeugung, religiöser Extremismus und Fundamentalismus seien keine Phänomene, die sich auf die islamische Welt beschränkten. Die beachtlichen neuen Romane der beiden Autoren.

„Wie der Soldat das Grammofon repariert“ von Saša Stanišic

Als die Fische Schnurrbart trugen

Saša Stanišic hat einen Roman über seine Kindheit in Bosnien geschrieben, über den beginnenden Krieg, über die Flucht und auch über seine Versuche, in Deutschland die Vergangenheit festzuhalten, oder besser: wiederherzustellen.

„Das Wetter vor 15 Jahren“ von Wolf Haas

Aber jetzt platzt der Berg

Ein Unglück bindet den Ruhrgebietsjungen an Südtirol, bis er mit seinem Langzeitwissen über die tägliche Wetterlage dort bei „Wetten, daß . .?“ gewinnt. Wolf Haas gibt der deutschen Gegenwartsliteratur die Lust am Text zurück.

Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen

Wie macht sich mein Chronist im Bett?

Böse Mädchen kommen bekanntlich überall hin. Die Titelheldin von Mario Vargas Llosas neuem Roman kommt vor allem ins Buch - als überzeitliche Kunstfigur aus femme fatale, Lolita und Nadja, Emma Bovary und weiblichem Felix Krull. Von Friedmar Apel

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